Aussicht Lenk, Lenk liegt zuoberst im Simmental und hat einen der schönsten Tlabschlüsse der Alpen. Links der Wildstrubel als \"Hausberg\" von Lenk, im Sattel die Gletscherebene \"Pleine Morte\" (Übergang ins Wallis Richtung Crans-Montana).
Bild: Elisabeth Biber
Wiese, gelber Enzian, Den Gelben Enzian (Gentiana lutea) aus dem der berühmte Enzianschnaps gemacht wird, kann man an der Lenk in grosser Zahl antreffen, beispielsweise auf der Iffigenalp oder wie hier im Gebiet Metsch.
Bild: Elisabeth Biber
Iffigsee, Der Iffigsee besticht durch seine intensiv grün-blaue Farbe. Die Felswand antwortet mit einem eindrücklichen Echo und in der Umgebung des Bergsees wächst eine vielfältige Alpenflora.
Bild: Elisabeth Biber
Iffigsee Blumenwiese, Bild: Elisabeth Biber
Wildi Mannli, Die Fruchtstände der Alpen-Anemone (Pulsatilla alpina) bilden eindrückliche Strubelköpfe, die der Pflanze zahlreiche und nicht immer schmeichelhafte Namen eingetragen haben: Wildi Mannli, Grantiger Jager, Strublbuabn, Haar im Arsch....
Bild: Karin Witschi
Alpenaster, Die Alpen-Aster (Aster alpinus) kommt oft gemeinsam mit dem Edelweiss vor. Beide Pflanzen wachsen an der Lenk in den höheren Lagen recht häufig. Die Alpen-Aster erlangte als \"Sternkraut\" abergläubisches Ansehen. In Lonitzer\'s Kräuterbuch (1679) steht dazu: \"Dieses kraut....scheinet in der Nacht gleich den Sternen am Himmel/ und dasselbige zwar so hell/ dass der Mensch offt meynet/ es sey Feuer/ Gespenst oder ein Betrug des Teuffels.\"
Bild: Karin Witschi
Alpenrose, Alpenrosen wachsen unwahrscheinlich langsam. An kaum 5 Zentimeter dicken Alpenrosen-Stämmchen lassen sich 100 und mehr Jahrringe zählen. Wie andere auffällig rot blühende Pflanzen auch, hiess die Alpenrose vielerorts Donnerrose, da sie, wie man früher glaubte, Blitze anzieht.
Bild: Karin Witschi
Arnika, Fast immer mit verstrubelten Blütenköpfchen: Arnika (Arnica montana), hier zusammen mit Rostblättriger Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) und (rechts unten schwach erkennbar) Heidelbeere (Vaccinium myrtillus). Dass die drei Pflanzen oft zusammen vorkommen, liegt nicht dran, dass sie sich besonders gern haben. Sie haben alle die gleiche Vorliebe für saure Böden.
In der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie ist Arnika ein wichtiges Mittel bei stumpfen Verletzungen wie Verstauchungen, Prellungen, Blutergüssen (äusserlich als Salbe, Gel oder Umschlag mit verdünnter Arnikatinktur).
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Bärtige Glockenblume, Die Bärtige Glockenblume (Campanula barbata) spricht das Auge durch ein zartes hellblau an, das bis zu weiss übergehen kann. In den Glöckchen suchen bei schlechtem Wetter gerne Insekten vor Wind und Regen Schutz. Quasi eine SAC-Hütte für Bienen und Fliegen.
Bild: Karin Witschi
Baldrian, Dass Baldrian (Valeriana officinalis) eine Heilpflanze zur Schlafförderung ist, das wissen in unseren Breitengraden die meisten Menschen.
Aber wie die Pflanze aussieht und wo sie wächst??
An der Lenk gibt es ihn zu Tausenden an Bächen und feuchten Stellen, zum Beispiel am Lenkerseeli.
Bild: Karin Witschi
Berg-Nelkenwurz, Der Fruchtstand des Berg-Nelkenwurz (Geum montanum) wird oft mit dem Fruchtstand der Anemonen verwechselt, ist aber rötlich-brauner.
Der Wurzelstock des Berg-Nelkenwurz enthält Eugenol, das als Hauptbestandteil auch im Gewürznelkenöl vorkommt und diesem den charakteristischen Duft verleiht. Berg-Nelkenwurz-Wurzelstock wurde früher deshalb als Ersatz für Gewürznelken verwendet, die damals ein teures Luxusgut waren.
Bild: Karin Witschi
Blatt, Die Redensart \"das Blatt hat sich gewendet\" beruht auf Beobachtungen vor allem an der Pappel, deren Blätter um den Johannistag ihre Stellung ändern, so dass danach der Baum keinen Schutz mehr vor Regen bietet.
Aber wer schaut schon heute noch so genau Blätter an....
Hier abgebildet vermutlich ein Blatt der Weissen Pestwurz (Petasites albus)
Bild: Karin Witschi
Fuchs Knabenkraut, Das Fuchs\' Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) setzt wohl zur Anlockung seiner Bestäuber ganz auf sein attraktives Aussehen. Duft verströmt es keinen und Nektar bietet es auch nicht an. Eine raffinierte Täuschung? - Das kommt bei Orchideen häufig vor. Jedenfalls wirkt die Werbung. Die Pflanze bringt überrachend viele Fruchtkapseln zur Reife. Vielleicht bietet sie ihren Besuchern in ihrem Sporn ja auch etwas, von dem wir noch nichts wissen.
Bild: Karin Witschi
Wallbachschlucht, Die Wallbachschlucht mit ihren vespielten Formen und kunstvollen Gesteinsmustern ist einer der vielen geologisch und landschaftlich interessanten Orte an der Lenk.
Bild: Karin Witschi
Wallbachschlucht, Die Wallbachschlucht mit ihren vespielten Formen und kunstvollen Gesteinsmustern ist einer der vielen geologisch und landschaftlich interessanten Orte an der Lenk.
Bild: Karin Witschi
Wallbachschlucht, Schön schattig und angenehm kühl ist es in der Wallbachschucht, wenn das Flachland unter schwül-heissen Temperaturen leidet.
Bild: Karin Witschi
Blumenwiese,
Blumenwiese,
Gelber Enzian , Auch von nah betrachtet eine Schönheit: Gelber Enzian (Gentiana lutea).
Bild: Karin Witschi
Gelber Enzian, Aus der Wurzel des Gelben Enzians (Gentiana lutea) wird der berühmte Enzianschnaps hergestellt. Sie enthält Bitterstoffe und wird verdauungsfördernd eingesetzt. Gelber Enzian wird bis etwa 120 cm hoch und kann ein Alter von ca. 60 Jahren erreichen. An der Lenk gibt es Hänge, die übersät sind mit gelbem Enzian, zum Beispiel im Gebiet Metsch oder auf der Iffigenalp. Das sieht dann sehr eindrücklich aus.
Bild: Karin Witschi
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Landschaft,
Bild: Karin Witschi
Landschaft, Auf dem Weg vom Betelberg zum Trütlibergpass lassen sich immer wieder bizarre Felsformationen bestaunen. Türmchen und Tierfiguren aus Rauwacke, einem Gestein, das im Vergleich zum Gipsgestein verwitterungsresistenter ist und daher auffällig stehen bleibt.
Bild: Karin Witschi
Landschaft, Charakteristisch für die Lenk ist die Vielfalt der verschiedenen Landschaftselemente, denen man auf kurzer Strecke begegnen kann.
Bild: Karin Witschi
Frauenmantel, Hilft nach volksheilkundlicher Ansicht bei allen Frauenkrankheiten, was aber wissenschaftlich bisher noch in keiner Weise fassbar gemacht werden konnte. die Pflanze heisst \"Alchemilla vulgaris\", was auf ihre alchemistische Vergangeheit hinweist. Alchemilla heisst übersetzt \"die kleine Alchemistin\". Mit den silbrigen Wassertropfen, die auf der Pflanze oft zu beobachten sind, sollen die Alchemisten experimentiert haben. Ob es ihnen gelungen ist, daraus \"Silbrigkeit\" zu extrahieren, darf aber bezweifelt werden.
Bild: Karin Witschi
Gemeine Pestwurz,
Koch\'scher Enzian, Der Koch\'sche Enzian (Gentiana acaulis) wächst auf kalkarmen Böden. Gut sichtbar sind die \"Leitbahnen\" im Blütentrichter, die den Insekten den Weg zum Nektar zeigen.
Bild: Karin Witschi
Kugelorchis, Die Kugelorchis (Traunsteinera globosa) ist eine echte Alpenorchidee. In Wiesen des Flachlandes würde man sie vergeblich suchen. Ihre kleinen, ungemein zierlich gestalteten Einzelblüten sind von zarter rosavioletter Farbe und mit dunkelroten Punkten überrieselt. Sie verströmen einen baldrianähnlichen Duft und werden von Schmetterlingen bestäubt.
In Lenk findet man die Kugelorchis an vielen Stellen, zum Beispiel beim Abstieg von Langermatten nach Siebebrünne oder auf Betelberg-Leiterli.
Bild: Karin Witschi
Mückenhandwurz, Die Mücken-Handwurz (Langspornige Handwurz, Gymnadenia conopsea) besitzt handförmig geteilte Wurzelknollen. Dieser \"Hand\" traute man früher allerlei Schutzwirkungen zu. So schreibt der Arzt und Botaniker Leonhard Fuchs in seinem \"New Kreuterbuch\"(1543): \"Man sagt auch, so einer dise Wurtzel am Hals trage, das er sicher vor Gifft und allerlei Zauberei sein soll.\"
Die Mücken-Handwurz gehört zu den Orchideen und ist wie alle einheimischen Vertreter dieser Pflanzenfamilie geschützt.
An der Lenk findet man eine aussergewöhnliche Vielfalt an wildwachsenden Orchideenarten.
Bild: Karin Witschi
Iffigfall, Der Iffigfall ist mit total etwa 140 Metern Höhe der grösste und schönste Wasserfall der Gegend. Auch die Strecken direkt oberhalb des Falles und unterhalb bis zum Restaurant Alpenrösli sind landschaftlich sehr reizvoll (Wanderweg Iffigenalp-Lenk)
Bild: Karin Witschi
Iffigfall, Der Iffigfall ist mit total etwa 140 Metern Höhe der grösste und schönste Wasserfall der Gegend. Auch die Strecken direkt oberhalb des Falles und unterhalb bis zum Restaurant Alpenrösli sind landschaftlich sehr reizvoll (Wanderweg Iffigenalp-Lenk).
Bild: Karin Witschi
Niedliche Glockenblume, Hübsch die Kleine! Die Niedliche Glockenblume (Campanula cochleariifolia) ist eine Zierde auf Mauern, Felsen und Flusskies.
Bild: Karin Witschi
Rostblättrige Alpenrose, Die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) ist erkennbar an der rostbraunen Unterseite der älteren Blätter. Der \"rostige\" Überzug besteht aus herb-aromatisch duftenden Drüsenschüppchen. Die Pflanze heisst daher auch \"Alpenbalsam\".
Bild: Karin Witschi
Rostblättrige Alpenrose, Die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) ist erkennbar an der rostbraunen Unterseite der älteren Blätter. Der \"rostige\" Überzug besteht aus herb-aromatisch duftenden Drüsenschüppchen. Die Pflanze heisst daher auch \"Alpenbalsam\".
Bild: Karin Witschi
Landschaft, Die Gipsgesteine im Gebiet Gryden werden vom Regenwasser nach und nach aufgelöst und unterspült. Es entstehen zahlreiche Höhlen und Trichter, was der Landschaft einen speziellen Charakter verleiht.
Bild: Karin Witschi
Gradwanderung, Die Wanderung dem Grat entlang auf dem Betelberg bietet nicht nur eine imposante Aussicht, sondern auch eine vielfältige Alpenflora.
Bild: Karin Witschi
Rundblättriger Steinbrech, Der Rundblättrige Steinbrech (Saxifraga rotundifolia) ist ein gutes Beispiel für eine Pflanze, die ihren wahren Reiz nur zeigt, wenn man sie von ganz nah anschaut. Dann sieht man nämlich auf den weissen Blütenblättern wie mit feinstem Pinsel gemalte rote und gelbe Tüpfchen, schön regelmässig verteilt.
Bild: Karin Witschi
Schlangenköterich, Der Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta) hat seinen Namen von der schlangenförmig gebogenen Wurzel. Auf der Signaturenlehre basierend, war die Wurzel lange Zeit als Mittel gegen Schlagenbisse im Gebrauch. Die historisch ausserordentlich interessante Signaturenlehre, die von Formen und Farben auf die Wirkungen der Pflanzen schloss, beruht allerdings auf Täuschung und ist nur auf dem Hintergrund des Weltbildes der Renaissance zu verstehen.
In Pflanzenbestimmungsbüchern steht oft, der Schlangen-Knöterich lebe \"gesellig\". Davon kann man sich gut überzeugen auf der Iffigenalp. Dort hat es zum Beispiel bei der Abzweigung Richtung Langermatte eine Wiese, die fast mehr rosarot als grün ist.
Dem Schlangenknöterich sagt man im übrigen auch \"Fläschebutzer\" oder \"Zahnbürschtli\". Der Wurzelstock enthält Gerbstoffe und könnte ähnlich wie \"Blutwurz\" eingesetzt werden.
Bild: Karin Witschi
Stiefmütterchen, Das Langspornige Stiefmütterchen (Viola calcarata) ist - im Gegensatz zu den meisten Veilchenarten des Tieflandes, die von Bienen bestäubt werden - eine ausgesprochene \"Falterblume\". Es braucht nämlich einen gehörig langen Rüssel, um durch den engen Blüteneingang in den Sporn und dort zum Nektar zu gelangen. Das gelbe Blütenzentrum und die schwarzen Linien nennt man \"Saftmale\". Es sind \"Pistenmarkierungen\", die dem Insekt den Weg zum Nektar weisen. Ein schönes Beispiel dafür, wie genau die Blüten an ihre Bestäuber angepasst sind.
Das Langspornige Stiefmütterchen gilt als Urform des Garten-Stiefmütterchens.
Bild: Karin Witschi
Trollblume, Trollblume (Trollius europaeus)
Der Name \"Trollblume\" leitet sich wohl vom Althochdeutschen \"troll\" ab, das \"kugelrund\" bedeutet und auf die kugelige Blütenform anspielt. Im Volksmund heisst die Pflanze auch \"Ankebälleli\" oder \"Rigirolle\". Weil sich die zahlreichen Blütenblätter sehr eng zuammenschliessen, kann die Bestäubung weder durch den Wind noch durch grössere Insekten erfolgen; einzig eine winzige Fliegenart vermag die Bestäubung durchzuführen. Sie lebt ständig in der Blüte und ist dort gut vor Wind und Wetter geschützt. Die Trollblume - eine offenbar wohnliche Herberge für Fliegen.
Bild: Karin Witschi
Landschaft, Blick ins Tal von oberhalb der Wallbachschlucht.
Bild: Karin Witschi
Türkenbundlilie, Der Türkenbund (Lilium martagon) ist unsere stattlichste einheimische Lilie. Ihr Name \"Türkenbund\" leitet sich ab von der turbanartigen Form der nach aussen umgerollten Blütenblätter.
Bild: Karin Witschi
Türkenbundlilie, Die Blüten des Türkenbunds (Lilium martagon) verströmen besonders abends und nachts ihren schweren, süssen Duft, der langrüsslige Nachtfalter anlockt, die im Schwebeflug aus der nickenden Blüte den Nektar saugen. Anderen Blütenbesuchern bleibt die Nektarquelle verschlossen, denn die nach unter gerichteten Blüten bietet keine Landefläche.
Bild: Karin Witschi
Türkenbundlilie, Der Türkenbund (Lilium martagon) wurde früher zur Linderung der Beschwerden zahnender Kinder verwendet. Man hängte ihnen die Zwiebel der Pflanze dazu als Amulett um den Hals - allerdings: sie musste am Freitag während des Vaterunserläutens geholt, durfte nicht mit blossen Händen angefasst und musste in ein Läppchen eingenäht werden, ohne dass man am Faden einen Knopf machte. Eine komplizierte Geschichte.....aber Wirkung musste offenbar verdient werden.
Nicht ausprobieren - die Pflanze ist geschützt.
Bild: Karin Witschi
Blatt mit Wassertropfen, Ohne Regen keine Pflanzen......
Was für ein Glück, dass Regen für uns Menschen nicht verfügbar ist. So können wir nicht darum streiten. Und weil der Mensch keinerlei Macht über den Regen hat bleibt ihm nur, sich möglichst gut an ihn anzupassen. Keine schlechte Lektion für Menschen, die immer alles im Griff haben wollen...
Bild: Karin Witschi
Landschaft, Im Vordergrund die charakteristische Trichterlandschaft im Gebiet Gryden. So stellen sich viele Leute eine Zwergenlandschaft vor.
Bild: Karin Witschi
Landschaft, Letzte Wolkenfetzen auf Iffigenalp.
Bild: Karin Witschi
Weisse Pestwurz, Blätter der Weissen Pestwurz (Petasites albus).
\"Eingeweihte \" aus Koradi\'s Kursen kennen das entscheidende Merkmal: Zacke-Zähnli-Zähnli-Zähnli-Zacke....
Bild: Karin Witschi
Zweiblättrige Waldhyazinthe, Die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia, Zweiblättriges Breitkölbchen) gehört zu den Orchideen. Sie verströmen aus ihren Blüten vor allem nachts einen jasminähnlichen Duft, der langrüsslige Nachtfalter anzieht. Nur wer einen langen Rüssel hat, kommt hier zum Nektar, der tief im Sporn verborgen ist. Weil der Sporn durchscheinend ist, sieht man den Nektarstand von aussen und kann daran erkennen, ob die Pflanze vergangene Nacht Besuch hatte.
Bild: Karin Witschi
Zwergknabenkraut, Sieht so eine Orchidee aus? Jawohl, das unscheinbare, oft übersehene Zwergknabenkraut (Zwergorchis, Chamorchis alpina) gehört zu den Orchideen. Es wächst oft zusammen mit dem Edelweiss, in Lenk zum Beispiel beim Iffigsee und auf Gryden.
Bild: Karin Witschi
Wasserfall, Bild: Karin Witschi
Wassertropfen, Bild: Karin Witschi
Geflecktes Knabenkraut, Das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) gehört wie alle Knabenkräuter zu den Orchideen. Es ist eine Nektartäuschblume. Mit Duft, Farbe und Gestalt gaukelt es den Insekten eine perfekte Nektarquelle vor. Doch der schöne Schein trügt - der Blütensporn ist leer. Hier stellt sich die Frage, warum eine intelligente Biene mehrmals hintereinander nektarlose Blüten anfliegt und dabei die Bestäubung besorgt, ohne eine Belohnung dafür zu bekommen. Vermutlich trifft eine Biene auch sonst nicht selten auf eine leere Blüte. Wohl weil die Konkurrenz manchmal einfach schneller zur Stelle war. Darum wird die Biene nicht schon beim ersten Reinfall misstrauisch und bis sie dann nach mehreren Versuchen ernsthaft \"Verdacht\" schöpft, ist die Bestäubung schon passiert.
Bild: Karin Witschi
Silberwurz Kugelblume, Zwei Alpenpflanzen, die beide kalkhaltige Böden lieben: Die Silberwurz (Dryas octopetala) kann bis zu 100 Jahre alt werden, was sich aus den oft nur 0,1mm breiten Jahrringen ablesen lässt. Sie ist sehr kälteresistent und konnte sich in den Eiszeiten sehr gut ausbreiten.
Die blauen Köpfchen der Herzblättrigen Kugelblume (Globularia cordifolia) bieten ihren Nektar in so engen Kronröhren an, dass er nur von Schmetterlingen mit ihren langen, dünnen Rüsseln erreicht werden kann. Hummeln und Fliegen, die manchmal an den Köpfchen zu sehen sind, sammeln bzw. fressen Pollen.
Bild: Martin Koradi
Simmenquelle, Hier strömt die Simme als \"Siebebrünne\" direkt aus der Felswand. Ein wunderschöner Ort für eine Rast, eine kleine Abkühlung, einen Schluck Wasser direkt ab Quelle....und ein Meringue im Restaurant.
Bild: Martin Koradi
Simmenquelle, Hier strömt die Simme als \"Siebebrünne\" direkt aus der Felswand. Ein wunderschöner Ort für eine Rast, eine kleine Abkühlung, einen Schluck Wasser direkt ab Quelle....und ein Meringue im Restaurant.
Bild: Martin Koradi
Stengelloses Leimkraut, Das Stengellose Leimkraut (Silene acaulis) ist eine hübsche Polsterpflanze, die mit bis zu 130 cm langen Wurzeln zwischen dem Gestein nach Wasser und Nährstoffen sucht. Die Blätter sterben im Inneren der Polster ab und produzieren \"Eigenhumus\". So kann die Pflanze auch direkt auf dem Stein leben. Die Blüten leuchten weithin und werden sehr gerne von Schmetterlingen besucht.
Bild: Martin Koradi
Stengelloses Leimkraut, Das Stengellose Leimkraut (Silene acaulis) ist eine hübsche Polsterpflanze, die mit bis zu 130 cm langen Wurzeln zwischen dem Gestein nach Wasser und Nährstoffen sucht. Die Blätter sterben im Inneren der Polster ab und produzieren \"Eigenhumus\". So kann die Pflanze auch direkt auf dem Stein leben. Die Blüten leuchten weithin und werden sehr gerne von Schmetterlingen besucht.
Bild: Martin Koradi
Zwerg-Mannsschild, Der Zwerg-Mannsschild (Androsace chamaejasme) ist ein Überlebenskünstler, der ausgesprochen resistent ist gegen Wind und Kälte. Ohne besondere Schutzvorrichtungen widersteht das winzige Pflänzchen an exponierten Graden Temperaturen von -30°C und 40m pro Sekunde Windgeschwindigkeit. Die Blüten produzieren reichlich Nektar, aber nur bei gutem \"Flugwetter\", wenn also mit Besuch von Bestäubern zu rechnen ist. Nach der Bestäubung wechselt die Farbe am Blüteneingang von gelb zu rot. Das ist quasi eine \"Ampel\" für Insekten - bestäubte Blüten mit rotem Schlundring geben keinen Nektar mehr ab. Für Insekten lohnt es sich jedenfalls, die Ampel zu beachten und nur gelb markierte Blüten anzufliegen - wodurch auch der Pflanze gedient ist, denn dort wartet sie noch auf Bestäubung. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie eng Blüten und ihre Bestäuber aufeinander eingestellt sind.
Bild: Martin Koradi
Aurikel, Die hübsche Aurikel (Primula auricula, \"Flüehblüemli\") ist in den Bergregionen auf Kalkfelsen anzutreffen. Weil sie sich an steilen Felswänden halten kann, ohne herunterzustürzen, traute man ihr früher eine Wirkung gegen Fallsucht (Epilepsie) zu. Hier sind - wie so oft bei Ableitungen von Heilwirkungen aufgrund von Ähnlichkeiten - Wunsch und Hoffnung die \"Eltern\" des Gedankens. Überlieferungen sind grundsätzlich interessant, aber es wäre naiv, sie einfach ohne kritische Auseinandersetzung zu übernehmen.
Bild: Pia Burkhard
Baumweissling, Der Baumweissling (Aporia crataegi) ist aus allen landschaftlich monotonen Gegenden der Schweiz verschwunden. Er braucht blütenreiche Magerwiesen, Hecken, ungespritzte Obstgärten. Dass er in der Umgebung von Trin recht häufig vorkommt, darf deshalb als Gütezeichen gewertet werden.
Die Raupe des Baumweisslings ernährt sich von Weissdorn (Crataegus spec.), aber auch von Prunusarten und Eberesche. Als Schmetterling beeindruckt der Baumweissling durch seinen eleganten Schwebeflug.
Bild: Karin Witschi
Grosse Steindolder, Die Grosse Sterndolde (Astrantia major) verstärkt die Lockwirkung ihrer unscheinbaren Einzelblüten, indem sie diese mit einem Kranz von Hochblättern unterlegt, der an die Halskrause der Trachten aus dem 16. Jahrhundert erinnert. Wildbienen und Schwebefliegen besuchen die Blüten gern.
Die Grosse Sterndolde hat in manchen Gegenden Mitteleuropas einen Ruf als Mittel gegen entzündliche Erkrankungen der Verdauungsorgane und zur Wundheilung. Sie verdankt dieses Image aber wohl einer Verwechslung mit dem verwandten Sanikel (Sanicula europaea).
Symetrie und Färbung der Blüten sind oft sehr eindrücklich fürs Auge und ein attraktives Motiv für Makroaufnahmen.
Bild: Karin Witschi
Akeleiblättrige Wiesenraute, Die Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium) besticht durch durch ihre liliarbenen Staubfäden. Die Kronblätter hat die Pflanze zurückgebildet und die ganze Schauwirkung wird durch die Staubfäden erzeugt. Auf dem Bild ist gerade ein Bockkäfer zu Besuch zum Pollenschmaus.
Bild: Pia Burkhard
Allermannsharnisch, Der Allermannsharnisch (Allium victorialis) gehört zur Gattung Lauch (Allium), ist also mit Zwiebel und Knoblauch verwandt. Der Zusatz \"victorialis\" stammt von lat. \"victoria\" = Sieg. Allermannsharnisch heisst daher auch Siegwurz. Und wie kommt sie zu diesem Namen? Ihre langgestreckte Zwiebel ist von einem dichten Netz von abgestorbenen Wurzelfasern umgeben, das als Zeichen des gepanzerten Geschützseins gedeutet wurde. Darum auch Allermanns-Harnisch. Die Zwiebel soll hieb- und stichfest machen. Der feinen Blüte sieht man es gar nicht an, dass sie eine so militärische Wurzel hat......
Aber Pflanzen können sich ja nicht wehren dagegen, dass wir Menschen unsere Aengste, Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen auf sie projizieren......
Dieser Teil der Pflanzenkunde hat daher vor allem mit uns zu tun - und wenig bis gar nichts mit der Pflanze.
Den sehr schönen, stattlichen Allermannsharnisch findet man nicht so häufig.
Bild: Karin Witschi
Bild: Karin Witschi
Buchsblättrige Kreuzblume, Die Blüten der Buchsblättrigen Kreuzblume (Polygala chamaebuxus) verströmen einen feinen Duft, der an Pfirsich erinnert. Die Pflanze entwickelt ihre Knospen schon im Herbst, so dass sie schon im Spätwinter kurz nach der Schneeschmelze blühen kann.
Bild: PIa Burkhard
Katzenpfötchen, Das Gemeine Katzenpfötchen (Antennaria dioica) fühlt sich wirklich so an, wie es heisst. Hier abgebildet sind die rosaroten (geschminkten??) weiblichen Blüten. Die weissen Männchen finden Sie auf einem anderen Foto.
Bild: PIa Burkhard
Grosses Alpenglöckchen, Das Grosse Alpenglöckchen (Soldanella alpina) blüht schon kurz nach der Schneeschmelze, oft direkt am Rande der schrumpfenden Schneefelder. Der Name Soldanella geht auf ital. soldo = Münze zurück und bezieht sich auf die runden, münzenförmigen Blätter der Pflanze.
Bild: Pia Burkhard
Heckenrose, Heckenrosen (Rosa spec.) sind nicht nur hübsch für das menschliche Auge anzusehen, sie werden auch gerne von Hummeln als Pollenquelle besucht. Mit dieser Eiweisskraftnahrung füttern die Hummeln ihre Larven. Dadurch entstehen dann die berühmten \"Schwarzenegger-Hummeln\"...........(?)
Bild: Brigitte Rudin
Huflattich, Der Huflattich (Tussilago farfara) ist eine alte Hustenpflanze. Er enthält allerdings Stoffe, die leberschädigende, krebsfördernde und erbgutverändernde Eigenschaften besitzen. Ob daraus für Menschen beim Konsum von Huflattichtee ein Risiko besteht, kann heute weder mit Sicherheit bestätigt noch ausgeschlossen werden. Daher empfielt es sich, den Huflattich durch andere, ebenbürtige Pflanzen zu ersetzen. völlig risikolos ist es aber, sich im März an den hübschen Blüten als Frühlingsboten zu freuen.
Bild: Karin Witschi
Katzenpfödchen, Das Katzenpfötchen (Antennaria dioica) ist mit dem Edelweiss eng verwandt. Hier abgebildet sind die weissen Männchen. Die rosaroten Weibchen finden Sie auf einem anderen Bild.
Bild: PIa Burkhard
Mehlprimel, Die Mehlprimel (Primula farinosa) ziert feuchte Stellen. Die Blattunterseite ist mit \"Mehlstaub\" belegt.
Spezielle Köpfchenhaare (\"Mehlhaare\") scheiden winzige Kristallkörnchen aus, die mit Pflanzenwachs vermischt den auffallend mehligen Belag ergeben (mit der Lupe bei Sonnenschein anschauen - glitzert wunderbar). Im Thurgau heisst die Pflanze \"Müllerblüemli\".
Bild: Karin Witschi
Einbeere, Die Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia) ist eine Waldpflanze mit sehr symetrischem Bau. Die Pflanze ist eine sog. Fliegentäuschblume. Ihre Blüten sind geruchlos und unscheinbar, werden aber trotzdem von kleinen Aasfliegen besucht, die den glänzenden Fruchtknoten für Flüssigkeit halten. Auch bei den Pflanzen hält also nicht jede, was sie verspricht.....
Bild: Karin Witschi
Wald-Engelwurz, Der Wald-Engelwurz (Brustwurz, Angelica silvestris) wächst gern an feuchten Stellen. Er ist eine gute Nahrungsquelle für Bienen, Fliegen und Käfer. Der verwandte \"Erzengelwurz\" (Angelica archangelica) ist eine alte Kulturpflanze und wird in Kräuterschnäpsen als bitteres Aromaticum sehr geschätzt.
Bild: Pia Burkhard
Wiesen-Bocksbart, Der Wiesenbocksbart (Tragopogon pratensis) verbreitet seine Samen per Luftpost mit sehr grossen und besonders kunstvoll und effektiv konstruierten \"Fallschirmen\". Sie verfügen über eine fast vollständig geschlossene Tragfläche, da die Strahlen des Haarkranzes durch feine Fiederhärchen miteinander verbunden sind (Lupe!, Makroaufnahmen!). Die gefiederten Härchen jeder Frucht sollen an einen Ziegenbart erinnern und zum deutschen wie auch zum wissenschaftlichen Namen geführt haben (griech. tragos = Bock, und pogon = Bart). Das Mark aus dem Stengel wurde früher von Kindern gegessen, was zum Volksnamen \"Habermarch\" führte (\"Habermarch macht d\'Buebe starch\")
Bild: Karin Witschi
Bayrischer Enzian, Ein Bayrischer Enzian (Gentiana bavarica) in den Schweizer Bergen? - Fast schon so etwas wie eine kleine Provokation! Aber es hat schon seine Richtigkeit. Die wunderschöne Pflanze mit den tiefblauen Blüten kommt im ganzen Alpenraum vor, sie wird aber oft nicht vom ähnlichen Frühlingsenzian (Gentiana verna) unterschieden und daher oft nicht erkannt. Bayrischer Enzian wächst verglichen mit dem Frühlingsenzian an feuchteren Stellen.
Bild: Martin Koradi
Paradieslilie, Die Paradieslilie (Paradisia liliastrum, Weisse Trichterlilie) ist eine Kostbarkeit. Der lateinische Name Paradisia geht auf den Grafen Giovanni Paradisi zurück (1760 - 1826) einem Gönner des italienischen Botanikers Mazzucato, der die hübsche Pflanze nach ihm benannt hat (heute würde man statt von \"Gönner\" wohl eher von \"Sponsor\" reden, entsprechen hiesse dann die Paradieslilie zum Beispiel UBS-Lilie...eine gewöhnungsbedürftige Vorstellung).
Bild: Karin Witschi
Bärentraube, Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) wirkt bakterienhemmend bei akuten Blasenentzündungen.
Bild: Silvia Hofmann
Alpen-Leinkraut, Das Alpen-Leinkraut (Linaria alpina) besticht durch seine aparte Farbkombination von blauviolett und orange. Die Pflanze gleicht von der Blütenform her dem bekannten Löwenmaul (Antirrhinum majus), mit dem es nahe verwandt ist. In Niederösterreich heisst sie darum auch Löwengöscherl. Alpen-Leinkraut wächst auf Felsschutt. Seine Blüte ist perfekt gebaut für die Bestäubung durch Erdhummeln. Deren Rüssel ist genau so lang wie der Sporn, in dem der Nektar aufbewahrt wird, und der Hohlraum der Blumenkrone ist präzis weit genug, um den Hummelkopf durchzulassen. Zudem braucht es Kraft, um das \"Löwenmäulchen\" durch herabdrücken der unterlippe zu öffen. Bienen und noch kleinere Insekten kommen da rasch an ihre Grenzen.
Bild: Drogerie Spisertor
Augentrost, Der Augentrost (Euphrasia rostkoviana) ist ein Halbschmarotzer. Er entzieht den Gräsern in seiner Nachbarschaft Wasser und Mineralsalze. Augentrost hat eine lange Tradition als Mittel gegen Augenkrankheiten. Am Ursprung dieser Verwendung steht die Signaturenlehre, die von Farben und Formen der Pflanzen auf deren Wirkungen schloss. In der Blüte des Augentrostes sah man Ähnlichkeiten mit dem menschlichen Auge. In der Renaissance, in der dieses Ähnlichkeitsdenken grosse Bedeutung hatte, war noch nicht bekannt, dass Blüten sich mit ihren farben und Formen ausschliesslich an die bestäubenden Insekten richten. Die in der Signaturenlehre entdecken Ähnlichkeiten haben aber die Aufmerksamkeit der Menschen bei bestimmten Krankheiten auf bestimmte Pflanzen gerichtet, mit denen dann Erfahrungen gesammelt werden konnten. So wurden tatsächlich einige wirksame Pflanzen entdeckt - wie der Augentrost gegen leichtere Bindehautentzündungen - die noch heute gebräuchlich sind.
Wenn Sie sich für die historisch sehr interessante Signaturenlehre interessieren und das Weltbild kennenlernen möchten, in dem sie sich entwickelte, dann besuchen Sie meinen Kurs \"Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit\" im \"Forum Naturheilkunde und Philosophie\".
Bild: Karin Witschi
Bach-Nelkenwurz, Die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) enthält in ihrem Wurzelstock ein ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Eugenol. Der Wurzelstock riecht nach Gewürznelken, weil Eugenol auch Hauptbestandteil des ätherischen Gewürznelkenöls ist. In Notzeiten und von ärmeren Leuten wurden die Wurzelstöcke von Bach-Nelkenwurz und Gemeinem Nelkenwurz (Geum urbanum) daher als Ersatz für Gewürznelken verwendet.
Bild: Drogerie Spisertor
Becherflechte, Flechten bestehen eigentlich aus zwei verschiedenen Lebewesen - einem Pilz und einer Alge - die so eng in einer Symbiose verbunden sind, dass man sie von blossem Auge als Einheit wahrnimmt. Pilz und Alge teilen sich die Arbeit: Der Pilz sorgt für die Wasserversorgung und gibt der flechte die Form. die Alge dagegen enthält Blattgrün und kann deshalb mit Hilfe der Sonnenstrahlen Traubenzucker produzieren.
Die hier abgebildeten Becherflechten (Cladonia spec) fallen auf durch ihre spezielle Form.
Bild: Margrit Kölliker
Bergthymian, Der Bergthymian (Thymus serphyllum) gehört zu den Ätherisch-Öl-Pflanzen. Er wirkt schleimlösend bei Husten.
Die Mohrenfalter (Erebia) sind leicht erkennbar durch ihre braune Flügelfarbe mit orangen Flecken, in denen wiederum braune \"Augen\" zu sehen sind. Schwierig wird es erst, wenn man es genau nehmen will: In der Schweiz gibt es 26 verschiedene Arten von Mohrenfaltern. Sie präzis zu bestimmen, das ist Sache von Fachleuten.
Bild: Karin Witschi
Bibernelle, Die Grosse Bibernelle (Pimpinella major) treffen wir auf Exkursionen im Berggebiet ziemlich oft an. Weil es einige ähnliche Doldenblütler gibt, muss man die Merkmale gut kennen, an denen sie zu unterscheiden sind. Die Bibernellwurzel gilt traditionell als Wurzel der Redner und Sänger (-innen). Sie wird gemischt mit Honig empfohlen gegen Heiserkeit, vor allem wenn eine Erkältung daran beteiligt ist.
Bild: Karin Witschi
Brand-Orchis, Die Brand-Orchis (Angebranntes Knabenkraut, Orchis ustulata) heisst so wegen ihrer schwärzlichen Blütenspitze. Sie ist sehr düngerempfindlich und daher in der Kulturlandschaft selten geworden. An der Lenk findet man viele prächtige Exemplare dieser edlen Schönheit.
Bild: Karin Witschi
Clusius\' Enzian, Der Clusius\' Enzian (Gentiana clusii) wächst auf kalkhaltigen Böden, im Gegensatz zum Koch\'schen Enzian, der auf saurem Untergrund vorkommt. Man spricht hier von \"vikarisierenden Arten\", das sind Arten, die sich auf unterschiedlichen Böden quasi vertreten (wie der Vikar den Pfarrer). Auf dem Bild gut sichtbar sind die dunklen Linien, die im Inneren der Blüte den Insekten wie Wegmarkierungen die Richtung zum Nektar weisen. Zudem gibt es am Grund der Blüte lichtdurchlässige Stellen ähnlich wie Tageslicht-Fenster. Schliesslich würde wohl kaum ein Insekt einfach so ins Dunkle kriechen.
Bild: Martin Koradi
Echte Goldrute, Die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) gilt traditionell als die Nierenpflanze der Phytotherapie. Sie wirkt harntreibend sowie leicht antibakteriell und entzündungshemmend. Bei Infektionen der Harnwege eignet sich Goldrutentee zur Durchspülungstherapie.
Bild: Karin Witschi
Sonnenröschen, Das Gemeine Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) gehört zu den Zistrosengewächsen, die sonst hauptsächlich im Mittelmeergebiet verbreitet sind. Es ist ein guter Pollenspender für mindestens 27 Sand-, Woll-, Pelz-, Furchen- und Mauerbienen, für Fliegen und Schwebfliegen, Blatt- und Bockkäfer.
Die Blüten reagieren rasch auf Sonnenbestrahlung. Sie schliessen sich schnell, sobald die Sonne verschwindet.
Trotz seiner geringen Grösse ist das Sonnenröschen ein Halbstrauch: Seine untersten Teile sind verholzt.
Bild: Margrit Kölliker
Fliegen-Ragwurz, Die Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera) gehört zu den \"Sexualtäuschblumen\". Die Blüte imitiert in Duft, Färbung, Form und Oberflächenstruktur das Weibchen einer Grabwespenart. Die Männchen lassen sich von dieser Attrappe täuschen, starten einen Begattungsversuch und brechen ihn nach dem Bemerken des Irrtums wieder ab. während dieser Zeit überträgt die Fliegen-Ragwurz ihre Pollenpakete auf das Grabwespenmännchen. Und weil dieses bei der nächsten Ragwurzblüte wieder auf den Trick reinfällt, überträgt es bei dieser Gelegenheit den Pollen der ersten auf die zweite Pflanze. Die Ragwurz-Arten gehören zu den Orchideen. Ihr Sexualtäusch-Trick ist etwas vom Erstaunlichsten, was Pflanzen zur Sicherung ihrer Fortpflanzung entwickelt haben.
Bild: Karin Witschi
Männertreu, Das \"Männertreu\" heisst botanisch eigentlich \"Schwarzes Kohlröschen\" (Nigritella nigra) und gehört zu den Orchideengewächsen. Die Blüten duften intensiv nach Vanille, was zusammen mit der braun-rötlichen Farbe zum Volksnamen \"Schoggiblüemli\" geführt hat. Für die Kühe scheint das eher abschreckend zu sein. Sie lassen die Pflanze in der Regel stehen. Frisst ein Rindvieh versehentlich doch Männertreu, kann sich die Milch blau färben, während Butter und Käse einen Hauch von Vanillegeruch annehmen.
Die genauere Bedeutung des Volksnamens \"Männertreu\" ist umstritten. Während Frauen oft annehmen, es gehe darum, dass die Pflanze \"die Männer treu\" mache, geht die (männlich geprägte) Ueberlieferung eher davon aus, sie sei \"den Männern treu\", helfe also den Männern. Zum Beispiel so: Wenn ein Liebhaber drei blühende Pflanzen unter das Kopfkissen seines Mädchens bringt, so wird er es sicher gewinnen.
Nun ja: Solch unterschiedliche Erklärungen zeigen halt nur, wie sehr wir die Welt entsprechend unseren Wünschen deuten.
Bild: Margrit Kölliker
Riesen-Bärenklau, Der Riesen-Bärenklau, genauer Mantegazzis Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und breitet sich in Mitteleuropa stark aus. Die Pflanze wächst sehr schnell und wird bis über drei Meter hoch (darum auch: \"Architektentrost\" oder \"Herkulesstaude\"). Sie enthält Furanocumarine, welche die Lichtemfindlichkeit der Haut steigern. Nach Kontakt mit der Pflanze und anschliessender Sonnenbestrahlung kann es zu massiven Hautentzündungen kommen. Also anschauen, aber nicht anfassen. Die Natur ist - das muss man heute manchmal wieder explizit erwähnen - nicht immer nur nett zu uns und wunderbar.
Bild: Elisabeth Biber
Rotes Waldvögelein, Das Rote Waldvögelein (Cephalanthera rubra) gehört zu den Orchideen. Mit ihren beiden abstehenden Kronblättern soll die Blüte an ein Vögelchen mit ausgebreiteten Schwingen erinnern. Die Blüte wird von Insekten besucht, obwohl sie im Gegensatz zu ihren weissblühenden Verwandten keinen Nektar anbietet.
Bild: Karin Witschi
Silberdistel, Die Silberdistel (Carlina acaulis) ist ein Schmuckstück auf mageren Wiesen und Weiden. Der Pflanze wurden früher fast unbegrenzte Kräfte zugeschreiben. Nach einer alten Sage soll während einer Pestepidemie Karl dem Grossen (742-814) nachts im Traum ein Engel erschienen sein. Der wies den Herrscher an, einen Pfeil in die Luft zu schiessen. Dort, wo das Geschoss niedergehe, wachse das Kraut gegen die furchtbare Seuche. Am nächsten Morgen tat Karl, der gerade auf einem seiner Kriegszüge war, wie ihm geheissen. Der Pfeil durchbohrte die Wurzel der Silberdistel. Sogleich wurde sie den Soldaten verabreicht. Die Krankenlager leerten sich und Karl besiegte wie zu erwarten war seine Feinde. Hier wird wieder einmal ein Monarch mythologisch überhöht, indem ihm ein direkter Draht nach oben zugeschrieben wird.
Aber auch Paracelsus (1493-1541) weiss gar wunderliches zu berichten: \"Ich hab einmal gesehen, dass ein Mann im Elsass tragen hat drei Zentner schwer ein lang Meil Wegs Wein in einem Fass auf sich gebunden und 12 Mann zu ihm genommen. Hat die 12 alle müde gegangen, dass sie ihm nicht haben folgen mögen und schwach hernachgegengen, etlich Tag hernach gar geschwecht gelegen\". Wer nämlich die Wurzel bei sich trägt, zieht alle Kräfte von seinen Begleitern ab und führt sie sich selber zu...
Bild: Margrit Kölliker
Silbermänteli, Der Silbermantel (Alchemilla alpina) wurde vom Kräuterpfarrer Johann Künzle (1857 - 1945) als vornehme, hochadelige Schwester des Frauenmantels beschrieben. Dem entsprechend lobte er die Pflanze in den höchsten Tönen:
\"Silbermantelkraut stärkt Muskeln und Herz und treibt verhocktes Wasser fort. Leute, die zu Fettsucht neigen, verlieren ohne Schaden ihr Übergewicht bei täglichem Genuss von 1 - 2 Tassen Silbermanteltee, besonders wenn demselben noch Melisse und Minze beigemischt wird.\"
Das tönt nun allerdings fast zu schön, um wahr zu sein. Auch Pfarrherren können sich bekanntlich täuschen. Was halten Sie von den Empfehlungen unseres Heilkräuterpioniers? Von den beschriebenen Wirkungen konnte bis heute keine einzige bestätigt werden. Die jahrtausendealte Tradition der Kräuterheilkunde hält viele spannende Entdeckungen für uns bereit. Bedenklich ist nur, dass viel zu viele Leute ungeprüft glauben, was irgendwelche heilkundlichen Autoritäten von sich geben. Anstelle dieser \"Faulheit des kritiklosen Für-wahr-Haltens\" (Ludwig Marcuse) wäre eine offene, sorgfältige, aber auch kritische Prüfung solcher Aussagen nötig. Wer im Bereich \"Heilpflanzekunde/Phytotherapie\" lernen will, sich eine fundierte, eigenständige Meinung zu bilden, bekommt dazu im \"Seminar für Integrative Phytotherapie\" zahlreiche Anregungen.
Bild: Karin Witschi
Wollköpfige Kratzdistel, Text folgt
Bild: Margrit Kölliker
Gemeine Schafgarbe, Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) wirkt verdauungsfördernd durch Anregung der Magensaft- und Galleproduktion. Ihre krampflösende Wirkung kann Menstruationskrämpfe lindern. Wegen ihrer wundheilenden Eigenschaften nannte man die Pflanze früher \"Soldatenkraut\" oder \"Zimmermannskraut\").
Bild: Karin Witschi
Alpen-Pestwurz, Die Alpen-Pestwurz (Petasites paradoxus) unterscheidet sich von den anderen Pestwurzarten durch die schneeweisse Blattunterseite. Sie wächst vorwiegend auf Felsschutt und wird - im Gegensatz zur Gemeinen Pestwurz (Petasites hybridus) - nicht zur Herstellung von pflanzlichen Heilmitteln verwendet.
Bild: Karin Witschi
Eichblatt-Radspinne, Die Eichblatt-Radspinne (Aculepeira ceropegia) ist vor allem im Bergland nicht selten anzutreffen und an ihrer typischen Eichblatt-Zeichnung auf dem Rücken gut zu erkennen. Dicht neben dem Netz, etwa in Höhe seines oberen Randes, befindet sich die oft schon von weitem auffallende Sitzwarte. Sie besteht aus einem nach oben offenen, leuchtend weissen, schüsselartigen gespinst, auf dem die Spinne wie auf einem Präsentierteller sitzt, wenn sie nicht gerade im Netz arbeitet. Gegenüber Störungen ist sie ausgesprochen sensibel und lässt sich bei der geringsten Beunruhigung sogleich zu Boden fallen, um in der dichten Vegetation zu verschwinden. Zuvor befestigt sie aber noch einen aus den Spinnwarzen austretenden Sicherheitsfaden, an dem sie später wieder zu ihrem ursprünglichen Aufenthaltsort zurückfindet.
Bild: Karin Witschi
Grosse Wiesenknopf, Der Grosse Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) wächst auf feuchten Wiesen und in Flachmooren.
Die Schwarzblauen Bläulinge (Maculinea nausithous, schwarzblau ist die Flügeloberseite des Männchens) verbringen ihr Leben fast gänzlich auf Wiesenknopfblüten, auf denen sie sitzen, sich paaren, ruhen, Nektar trinken und Eier legen. Diese Schmetterlingsart kann deshalb nur überleben, wo der Grosse Wiesenknopf wächst. Das reicht aber noch nicht. Nach der dritten Häutung lässt sich die Raupe von ihrer Futterpflanze, dem Wiesenknopf, zu Boden fallen, wo sie regungslos verharrt. Kommt nun zufällig eine Ameise der Gattung Myrmica des Weges, zieht sich die Raupe nach 5 bis 10 Sekunden in der Mitte zusammen, was die Ameise veranlasst, die Raupe aufzulesen und ins Nest zu tragen. Dort stirbt die Raupe, wenn es sich nicht um eine Ameise der Art Myrmica rubra handelt. Hat sie Glück, und es sind Myrmica rubra, so wird sie quasi \"adoptiert\", wird im Nest toleriert und frisst grosse Mengen Ameisenbrut. Ist sie gross genug, verpuppt sie sich in den \"Solarien\" des Myrmica-rubra-Nestes und verlässt den Bau nach dem Schlüpfen blitzartig, weil die \"Adoption\" für den Falter nicht mehr gültig ist. Der Schwarzblaue Bläuling ist also neben dem Wiesenknopf auch noch auf das Vorkommen von Myrmica rubra angewiesen. Ein komplexer Lebenszyklus also.
Der Schwarzblaue Bläuling ist in seinem Bestand äusserst gefährdet und braucht den Schutz seines Lebensraumes. Die Aufnahme wurde gemacht in Lenk zwischen Iffigfall und dem Restaurant \"Alpenrösli\", wo es viele für diesen seltenen Schmetterling geeignete Feuchtwiesen gibt.
Bild: Karin Wischi
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