Alpen-Hauswurz, Der Alpen-Hauswurz (Sempervivum tectorum) wird bis zu 35 cm hoch und ist von Farbe und Form her eine eindrückliche Pflanze. Ihr wurden daher immer besondere Kräfte zugetraut. Auf das Dach gepflanzt, soll er Blitze abhalten können. Und den Kühen, die zum ersten Mal auf die Weide getrieben wurden, gab man drei Hauswurzblätter, damit sie ihr \"Haus\" bzw. ihren Stall wieder finden. In der Volksheilkunde wurde der Saft der ausgepressten Hauswurzblätter äusserlich bei Verbrennungen und Wunden verwendet. Von den Inhaltsstoffen her ist diese Anwendung plausibel. Im Engadin wurden die Blätter dem Trinkwasser zugesetzt, was diesem einen erfrischenden Geschmack verleihen soll.
Bild: Martin Koradi
Alpen-Hauswurz, Der Alpen-Hauswurz (Sempervivum tectorum) wird bis zu 35 cm hoch und ist von Farbe und Form her eine eindrückliche Pflanze. Ihr wurden daher immer besondere Kräfte zugetraut. Auf das Dach gepflanzt, soll er Blitze abhalten können. Und den Kühen, die zum ersten Mal auf die Weide getrieben wurden, gab man drei Hauswurzblätter, damit sie ihr \"Haus\" bzw. ihren Stall wieder finden. In der Volksheilkunde wurde der Saft der ausgepressten Hauswurzblätter äusserlich bei Verbrennungen und Wunden verwendet. Von den Inhaltsstoffen her ist diese Anwendung plausibel. Im Engadin wurden die Blätter dem Trinkwasser zugesetzt, was diesem einen erfrischenden Geschmack verleihen soll.
Bild: Martin Koradi
Arnika, Arnika (Arnica montana) - hier im typischen \"Strubbel-Look\" - wächst nur auf sauren Böden. Als Heilpflanze ist sie gut wirksam bei Quetschungen, Verstauchungen, Blutergüssen usw. Sie ist geschützt und soll daher nicht gesammelt werden. Arnika findet man in der Region um Mürren immer wieder.
Bild: Silvia Hofmann
Aebniflue, Aebniflue
Bild: Martin Koradi
Aebniflue, Aebniflue
Bild: Martin Koradi
Aebniflue, Mittagshorn, Aebniflue, Mittagshorn
Bild: Martin Koradi
Alpenleinkraut, Das Alpen-Leinkraut (Linaria alpina) besticht mit seiner Farbkombination von blauviolett und orangerot inmitten von Felsschutt. Die Blüte ist gleich gebaut wie diejenige des Löwenmäulchens aus den Gärten. Die Blüte lässt sich nur von schweren, kräftigen und damit auch einigermassen voluminösen Besuchern öffnen. In den Alpen sind das die Hummeln. Faltern - allen voran dem Taubenschwänzchen - gelingt es aber oft, ihren langen, dünnen Rüssel in die Blüte zu stecken, ohne diese wirklich zu öffnen. Sie gelangen so, ähnlich wie mit einem Trinkhalm bei fast geschlossenem Mund, dennoch zum Nektar, führen aber dabei keine Bestäubung durch. Für die Pflanze ein \"Verlustgeschäft\".
Bild: Martin Koradi
Alpenleinkraut, Das Alpen-Leinkraut (Linaria alpina) besticht mit seiner Farbkombination von blauviolett und orangerot inmitten von Felsschutt. Die Blüte ist gleich gebaut wie diejenige des Löwenmäulchens aus den Gärten. Die Blüte lässt sich nur von schweren, kräftigen und damit auch einigermassen voluminösen Besuchern öffnen. In den Alpen sind das die Hummeln. Faltern - allen voran dem Taubenschwänzchen - gelingt es aber oft, ihren langen, dünnen Rüssel in die Blüte zu stecken, ohne diese wirklich zu öffnen. Sie gelangen so, ähnlich wie mit einem Trinkhalm bei fast geschlossenem Mund, dennoch zum Nektar, führen aber dabei keine Bestäubung durch. Für die Pflanze ein \"Verlustgeschäft\".
Bild: Martin Koradi
Alpen-Mannschild, Der Alpen-Mannsschild (Androsace alpina) ist eine der am höchsten steigenden Blütenpflanzen der Alpen und ein veritabler Gipfelstürmer. Blühende Exemplare fand man auf dem Matterhorn noch auf 4200m. Die blütenübersähten, rosaroten, flachen Polster können Schutthalden noch in unwirtlichsten Höhen, in denen kaum mehr Blütenpflanzen gedeihen, in wahre Steingärten verwandeln.
Bild: Martin Koradi
Schmadribachfall, Der Schmadribachfall im Hinteren Lauterbrunnental gehört zu den imposantesten Wasserfällen der Schweiz. Das Wasser stürzt hier aus einer Gesamthöhe von rund 250 m donnernd in die Tiefe. Wer Wasserfälle liebt, muss den Schmadribachfall gesehen haben.
Bild: Martin Koradi
Türkenbundlilie, Der Türkenbund (Lilium martagon) ist unsere stattlichste Lilie. Um sie ranken sich viele Geschichten. Füttert man die Kühe mit den gelben Zwiebeln, so soll die Butter schön gelb werden (das wäre dann E 131 oder so ähnlich...)
Ausserdem sollen die gelben Zwiebeln beim alchemistischen Versuch verwendet worden sein, unedle Metalle in Gold zu verwandeln.
Aber bitte - die Pflanze ist geschützt, ich will also keine entsprechenden Experimente propagieren....
Bild: Martin Koradi
Stumpfblättriger Mannsschild, Das Engetal oberhalb von Mürren überrascht mit einer unglaublichen Vielfalt an alpinen Polsterpflanzen. Dass diese oft sehr farbintensiven Winzlinge in einem so harten Klima überleben können, ist sehr eindrücklich.
Als Beispel hier der Stumpfblättrige Mannsschild (Androsace obtusifolia).
Bild: Martin Koradi
Schmadribachfall, Der Schmadribachfall im Hinteren Lauterbrunnental gehört zu den imposantesten Wasserfällen der Schweiz. Das Wasser stürzt hier aus einer Gesamthöhe von rund 250 m donnernd in die Tiefe. Wer Wasserfälle liebt, muss den Schmadribachfall gesehen haben.
Bild: Martin Koradi
Schmadribachfall, Der Schmadribachfall im Hinteren Lauterbrunnental gehört zu den imposantesten Wasserfällen der Schweiz. Das Wasser stürzt hier aus einer Gesamthöhe von rund 250 m donnernd in die Tiefe. Wer Wasserfälle liebt, muss den Schmadribachfall gesehen haben.
Bild: Martin Koradi
Hinteres Lauterbrunnental, Das Hintere Lauterbrunnental mit seinen Gletschern, Wasserfällen und Berggipfeln ist landschaftlich ausserordentlich faszinierend.
Bild: Martin Koradi
Schwärmer, Ein Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer, frisch geschlüpft und noch ziemlich verstrubelt - gewöhnt sich langsam an sein neues Dasein. Fotografiert im Sefinental.
Bild: Martin Koradi
Schwebefliege, Schwebefliegen sind ganz harmlos, tarnen sich aber als Wespen und werden deshalb von unerfahrenden Vögeln verschont.
Bild: Martin Koradi
Schwebefliege, Schwebefliegen sind ganz harmlos, tarnen sich aber als Wespen und werden deshalb von unerfahrenden Vögeln verschont.
Bild: Martin Koradi
Allermannsharnisch, Der Allermannsharnisch (Allium victorialis) gehört zur Gattung Lauch (Allium), ist also mit Zwiebel und Knoblauch verwandt. Der Zusatz \"victorialis\" stammt von lat. \"victoria\" = Sieg. Allermannsharnisch heisst daher auch Siegwurz. Und wie kommt sie zu diesem Namen? Ihre langgestreckte Zwiebel ist von einem dichten Netz von abgestorbenen Wurzelfasern umgeben, das als Zeichen des gepanzerten Geschützseins gedeutet wurde. Darum auch Allermanns-Harnisch. Die Zwiebel soll hieb- und stichfest machen. Der feinen Blüte sieht man es gar nicht an, dass sie eine so militärische Wurzel hat......
Aber Pflanzen können sich ja nicht wehren dagegen, dass wir Menschen unsere Aengste, Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen auf sie projizieren......
Dieser Teil der Pflanzenkunde hat daher vor allem mit uns zu tun - und wenig bis gar nichts mit der Pflanze.
Den sehr schönen, stattlichen Allermannsharnisch findet man nicht so häufig.
Bild: Martin Koradi
Alpen-Hahnenfuss, Der Alpen-Hahnenfuss (Ranunculus alpestris) entwickelt seine fettig glänzenden, grünen Blätterr schon unter der Schneedecke und entfaltet sie gleich nach dem Ausapern. Mit diesem Schnellstart kann er die kurze Vegetationszeit in den Alpen optimal nutzen. Die scharf schmeckenden Blätter werden von Gämsen gerne gefressen. Jäger erhofften sich vom Verzehr der Blätter darum eine ähnliche Schwindelfreiheit, wie sie die Gämsen zeigen. Wenn das nur gut geht....Abgesehen von der fehlenden Wirkung: Alpen-Hahnenfuss gehört zu den Hahnenfussgewächsen, die alle mehr oder weniger giftverdächtig sind. Keine Experimente als Wildsalat bitte!
Bild: Margrit Kölliker
Gelber Enzian, Kursleiter Martin Koradi zeigt die typischen Erkennungsmerkmale des Gelben Enzians (Gentiana lutea). Die Enzianwurzel ist ausserordentlich bitter und wirkt dadurch verdauungsfördernd.
Bild: Margrit Kölliker
Bergpanorama, Eine imposante Kette von Berggipfeln mit ihren Gletschern grenzt das Lauterbrunnental gegen Süden ab. Blick von Birg aus.
Bild: Martin Koradi
Blüemlisalp, und Wilde Frau\"
...eindrückliches Panorama von Birg aus.
Bild: Martin Koradi
Mürrenbachfall, Der Mürrenbachfall ist der höchste Wasserfall Europas. Während der Schneeschmelze und nach starken Regenfällen fallen die Wassermassen schäumend über die mehr als 400 m hohe Mürrenfluh.
Bild: Martin Koradi
Alpen-Mannschild, Der Alpen-Mannsschild (Androsace alpina) ist eine der am höchsten steigenden Blütenpflanzen der Alpen und ein veritabler Gipfelstürmer. Blühende Exemplare fand man auf dem Matterhorn noch auf 4200m. Die blütenübersähten, rosaroten, flachen Polster können Schutthalden noch in unwirtlichsten Höhen, in denen kaum mehr Blütenpflanzen gedeihen, in wahre Steingärten verwandeln.
Bild: Martin Koradi
Bärentraube, Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) wirkt bakterienhemmend bei akuten Blasenentzündungen.
Bild: Silvia Hofmann
Blauer Enzian, Ein besonderes Erlebnis sind die vielen Enziane im Engetal.
Bild: Hofman, Silvia
Gletscher Hahnenfuss, Der Gletscher-Hahnenfuss (Ranunculus glacialis) gehört zu den am höchsten steigenden Blumen der Alpen. Am Finsteraarhorn wurde er auf 4375 m ü.M. gefunden.
Bild: Silvia Hofmann
Eiger, Mönch, Jungfrau, Ein Panorama wie im Bilderbuch.
Bild: Martin Koradi
Eiger, Mönch, Jungfrau, Bild: Martin Koradi
Sefinen-Wasserfall, Ein wunderbarer Wasserfall zuhinterst im Sefinental.
Bild: Martin Koradi
Sefinen-Wasserfall, Hier kommt das Wasser direkt aus der Felswand.
Bild: Martin Koradi
Wohlriechende Handwurz, Die Wohlriechende Handwurz (Gymnadinia odoratissima) gehört zu den Orchideen. Ihre Blüten duften stark würzig-aromatisch nach Gewürznelken und werden von Schmetterlingen bestäubt (hellere Blüten fast ausschliesslich von Nachtfaltern, dunklere auch von Tagfaltern). Die Wohlriechende Handwurz ist sehr viel seltener als ihre nahe Verwandte, die Langspornige Handwurz (=Mücken-Handwurz). Die Aufnahme stammt aus dem Hinteren Lauterbrunnental.
Bild: Martin Koradi
Braunrote Sumpfwurz, Die Braunrote Sumpfwurz (Epipactis atrorubens) gehört zur Familie der Orchideengewächse. Ihre Blüten duften angenehm nach Vanille.
Bild: Martin Koradi
Berg-Augentrost, Der Berg-Augentrost (Euphrasia montana) ähnelt dem als Heilpflanze verwendeten Gebräuchlichen Augentrost (Euphrasia rostkoviana), sein Stengel ist aber nicht oder nur oben verzweigt. Die Augentrost-Arten sind Halbschmarotzer. Sie entziehen den umstehenden Gräsern Wasser und Mineralsalze, sind aber selber grün und können daher mit Hilfe des Chlorophylls selber Traubenzucker produzieren.
Bild: Martin Koradi
Breithorn, Das majestätische Breithorn (3782 m ü.M.) grenzt das Lauterbrunnental gegen Süden ab.
Bild: Martin Koradi
Eiger, Abendstimmung von Mürren aus.
Bild: Martin Koradi
Gesteinsfaltung, Kaum zu glauben, dass diese Gesteinsschichten vor etwa 150 Millionen Jahren einmal horizontal in einem Meer abgelagert wurden. Die Schubkräfte bei der später einsetzenden Alpenfaltung müssen enorm gewesen sein, damit es zu solch eindrücklichen Faltungen kommt. Die Aufnahme wurde gemacht beim Abstieg von Birg via Engetal nach Allmendhubel. Zwischen der Schilthornhütte und dem \"Kanonenrohr\" machen die Gesteinsschichten besonders imposante Kapriolen.
Bild: Martin Koradi
Sefinen, Der hinterste Teil des Sefinentales ist fast rundum von hohen felswänden umschlossen und bildet fast so etwas wie eine Freiluft-Kathedrale.
Bild: Martin Koradi
Breitblättriges Hornkraut, Das Breitblättrige Hornkraut (Cerastium latifolium) wächst auf kalkigem Felsschutt. Es ist ein typischer Bewohner der beweglichen Steinschutthalden. Mit einer bis zu 80 cm tiefen Pfahlwurzel ist es tief im Geröll verankert und kriecht mit zahlreichen Trieben durch den Schutt. Es trägt dadurch viel zur Verfestigung von Schutthalden bei. Bestäubt werden die Blüten meist von Fliegen, die in dieser Höhe (bis 3500 m) eine wichtige Funktion als Bestäuber übernehmen.
Bild: Martin Koradi
Edelweiss, Das Edelweiss (Leontopodium alpinum) - für viele Menschen das Symbol der Alpen schlechthin - ist keine alteingesessene Alpenpflanze, sondern ein Zuwanderer aus den sibirischen Steppen, der erst in der letzten Eiszeit zu uns gekommen ist. So entstand die weissfilzige Behaarung ursprünglich nicht als Anpassung an das rauhe Alpenklima, sondern an die Trockenheit des Steppenstandortes. Später hat sie sich allerdings als Wind- und Kälteschutz in den Alpen bewährt. \"Leontopodium\" heisst auf deutsch \"Löwenfüsschen\" (griech. leon = Löwe, podion =Füsschen), weil die gelbgrünen Blütenköpfchen der Form nach einem Löwenfuss ähneln sollen. Die weissfilzigen Zacken gehören nicht zur Blüte, sondern sind Hochblätter.
Bild: Martin Koradi
Jungfrau, Die Jungfrau - mit einer Höhe von 4158 m ü.M. bezüglich Alpenflora nicht mehr interessant - aber als ständige \"Begleiterin\" immer wieder eine imposante Erscheinung, und dabei jedesmal ganz anders je nach Wetter, Tageszeit und Blickrichtung.
Bild: Martin Koradi
Jungfrau, Die Jungfrau - mit einer Höhe von 4158 m ü.M. bezüglich Alpenflora nicht mehr interessant - aber als ständige \"Begleiterin\" immer wieder eine imposante Erscheinung, und dabei jedesmal ganz anders je nach Wetter, Tageszeit und Blickrichtung.
Bild: Martin Koradi
Jungfrau, Die Jungfrau - mit einer Höhe von 4158 m ü.M. bezüglich Alpenflora nicht mehr interessant - aber als ständige \"Begleiterin\" immer wieder eine imposante Erscheinung, und dabei jedesmal ganz anders je nach Wetter, Tageszeit und Blickrichtung.
Bild: Martin Koradi
Sprutz, Beim \"Sprutz\" führt der Wanderweg hinter dem Wasserfall hindurch.
Bild: Martin Koradi
Sprutz, Schon mal einen Wasserfall von hinten betrachtet? Der \"Sprutz\" machts möglich.
Bild: Martin Koradi
Mont Cenis-Glockenblume, Die Mont Cenis-Glockenblume (Campanula cenisia) ist die Hochalpinistin unter den Glockenblume - sie steigt von allen Glockenblumen der Alpen am höchsten und ist meist zwischen 2500 und 3000 m Höhe anzutreffen. Wahrscheinlich hat sie die Alpen schon vor den Eiszeiten besiedelt und sich an eisfreien Stellen halten können - brrh! Die Blüten beeindrucken mit einem ganz speziellen hellblau-lila Farbton. Ihren Artnamen nach dem Mont Cenis erhielt die Pflanze von Albrecht von Haller (1708-1788). Er bekam sie von einer botanisierenden Bergbauernfamilie.
Bild: Martin Koradi
Untersteinberg, Die Tschingel-Lütschine hat sich tief eingefressen ins Gestein.
Bild: Martin Koradi
Echte Edelraute, Die Echte Edelraute (Artemisia mutellina) ist eine kleine Verwandte des Wermuts. Streift man sanft über ihre feinen Blätter, verströmt sie ätherische Öle mit einem betörend aromatischen Duft. Sie wurde früher wegen ihrer Bitterstoffe ähnlich wie Wermut als verdauungsförderndes Mittel in Teeform getrunken und zu Likör verarbeitet. Vor allem in Österreich war sie zudem als Hutschmuck bei den Sennern sehr begehrt. Von dem allem sollte man aber die Finger lassen, weil die Pflanze zu selten ist, um noch genutzt zu werden. Für die Nase ist die Pflanze jedoch ein Erlebnis.
Bild: Martin Koradi
Clusius Enzian, Der Clusius\' Enzian (Gentiana clusii) kommt auf Kalk vor. Es lohnt sich, seine Blüte aus der Nähe zu betrachten. Sie zeigt ausgeprägte weissliche Längsstreifen und dunkelblaue Punkte. Das sind Leitbahnen für die bestäubenden Insekten, die den Besuchern den Weg zum Nektar zeigen. Wie perfekt Blüten auf die geeigneten Insekten eingestellt sind, war über die längste Zeit überhaupt nicht klar. Blüten dienten nach alter Vorstellung zum Lobpreis des Schöpfers oder zur Freude des Menschen. Allerdings kann man sich ganz gut auch dann an Blumen freuen, wenn man davon ausgeht, dass sie sich nicht an uns richten.
Bild: Martin Koradi
Alpendost, Der Graue Alpendost (Adenostyles alliariae) wächst in stickstoffreichen Hochstaudenfluren. Es sind meist schattige, feuchte Stellen. Weil die Pflanze auch gerne an den vom Kot der Weidetiere stark gedüngten Lägerstellen vorkommt, nannte man sie früher in Oberbayern \"Scheissblattl\" und in der Schweiz entsprechend \"Schisschrut\". Im Entlebuch hiess sie \"Wilde Sarniggel\" und wurde dadurch in die Nähe des Sanikels gerückt, einem alten Wundheilkraut. Wie der Sanikel galt der Alpendost als vorzügliches Wundheilmittel. Neuere Beobachtungen oder Untersuchungen dazu fehlen leider.
Bild: Martin Koradi
Gesteinsfaltung, Imposante Gesteinsfaltung beim Ausstieg zum Sulsseeli.
Bild: Martin Koradi
Gesteinsfaltung, Hier stehen die Schichten praktisch senkrecht - um sie in diese Position zu bringen, müssen gewaltige Kräfte am Werk gewesen sein (Aufnahme beim Aufstieg vom Saustal zur Lobhornhütte).
Bild: Martin Koradi
Gesteinsfaltung, Hier - am Weg zur Lobhornhütte - gibt es sogar senkrecht stehende Gesteinsschichten. wie lange die Verschiebung aus der Horizontale in die Vertikale wohl gedauert hat? - Jedenfalls sind das Zeiträume, die unser Fassungsvermögen übersteigen.
Bild: Martin Koradi
Wasserfall, Zu hinterst im Sefinental sprudelt das Wasser aus jeder Wand.
Bild: Martin Koradi
Alpen-Aster, Die Alpen-Aster (Aster alpinus) wächst oft in Nachbarschaft mit dem Edelweiss. In Lonitzers Kräuterbuch (1679) wird von ihr als \"Sternkraut\" unglaubliches berichtet: \"Dieses kraut....scheinet in der Nacht gleich den Sternen am Himmel / und dasselbige zwar so hell / dass der Mensch offt meynet / es sey Feuer / Gespenst oder ein Betruf des Teuffels.\"
Der Kontrast zwischen den gelben Röhrenblüten und den hellvioletten Zungenblüten ist ganz offensichtlich nicht nur für unser Auge, sondern auch für die Insekten sehr attraktiv.
Bild: Martin Koradi
Bewimperter Steinbrech, Der Bewimperte Steinbrech (Fetthennen-Steinbrech, Saxifraga aizoides) verziert mit seinen bunten Blütensternen die steinigen Ufern von Gebirgsbächen. Seine Blüten bieten den Nektar sehr offen zugänglich an. Davon profitieren die Fliegen mit ihren kurzen Rüsseln. Der Bewimperte Steinbrech dient den Raupen des Alpen-Apollo-Falters als Futterpflanze.
Bild: Martin Koradi
Felsen-Ehrenpreis, Das Felsen-Ehrenpreis (Veronica fructicans) ist zwar ein sehr kleines Pflänzchen, mit seinen leuchtend azurblauen Kronblättern und seinem purpurroten Schlundring aber nichtdestotrotz attraktiv.
Bild: Martin Koradi
Gesteinschichten, Hier sind die Schichten des Gesteins in ihrer horizontalen Lage geblieben - so wie sie wohl vor etwa 150 Millionen Jahren im Urmeer abgelagert wurden. Aber die Verwitterung hat daraus eine ganz eigenwillige Geländeform modelliert (am Abstieg zwischen Engetal und Allmendhubel). Nur wenige hundert Meter daneben sind die Schichten zu wilden Falten zusammengestaucht.
Bild: Martin Koradi
Jungfrau-Figuren, Blick zum Bergpanorama
Bild: Martin Koradi
Fleischers Weideröschen, Das Fleischer\'s Weidenröschen (Kiesweidenröschen, Epilobium fleischeri) ist ein Pionier auf Schwemmland, Kiesbänken und Moränen. Die hübsche Pflanze wird sofort seltener, wo Flüsse gestaut oder korrigiert worden sind. Und weil das mit den Flüssen im Hinteren Lauterbrunnental und im Sefinental zum Glück nicht passiert ist, ziert das Kies-Weidenröschen die Ufer in grosser Zahl.
Bild: Martin Koradi
Luetschinen, Mit grosser Kraft strömt die Lütschine aus dem Hinteren Lauterbrunnental. Hier wandern wir ganz offensichtlich einem Fluss entlang, der sich nicht mit \"Restwassermengen\" begnügen muss.
Bild: Martin Koradi
Mittagshorn, Abendstimmung mit Blick auf das Mittagshorn von Mürren aus.
Bild: Martin Koradi
Karst Lobhornhütte, Im Bereich Sulssee-Lobhornhütte zeigen sich interessante Karst-Formationen. Das sind Kalksteine, in die das Wasser in sehr langer \"Arbeit\" tiefe Rillen eingeprägt hat.
Bild: Martin Koradi
Karst Lobhornhütte, Im Bereich Sulssee-Lobhornhütte zeigen sich interessante Karst-Formationen. Das sind Kalksteine, in die das Wasser in sehr langer \"Arbeit\" tiefe Rillen eingeprägt hat.
Bild: Martin Koradi
Karst Lobhornhütte, Im Bereich Sulssee-Lobhornhütte zeigen sich interessante Karst-Formationen. Das sind Kalksteine, in die das Wasser in sehr langer \"Arbeit\" tiefe Rillen eingeprägt hat.
Bild: Martin Koradi
Schilthorn, Schilthorn
Bild:Martin Koradi
Rundblättrige Täschelkraut, Das Rundblättrige Täschelkraut (Thlapsi rotundifolia) ist eine Pflanze mit enormer Widerstandkraft. Es wächst in feuchtem, beweglichen Schutt und muss mit den dauernden Veränderungen im Gestein fertig werden. Von einer kräftigen, fest im Schutt verankerten Hauptwurzel gehen Ausläufer weg, die den Schutt durchwandern und in einiger Entfernung ein hübsches, helllila-farbiges Blütensträusschen bilden. Die Blüten verströmen einen schweren Duft, der sich vor allem bei Windstille bemerkbar macht und auch Tagfalter anlockt.
Bild: Martin Koradi
Jungfrau, Eisenhut, Blick aus dem Sefinental auf das Jungfraumassiv (4158m ü.M.). Links im Vordergrund: Blätter des Alpen-Pestwurz (Petasites paradoxus). Bildmitte: Blauer Eisenhut (Aconitum napellus).
Bild: Martin Koradi
Gemswurz-Kreuzkraut, Das Gemswurz-Kreuzkraut (Senecio doronicum) gehört zu denjenigen Alpenpflanzen, die von Laien manchmal mit Arnika verwechselt werden. Das lässt sich leicht vermeiden, wenn man weiss, dass Arnika seine Blätter gegenständig trägt, Gemswurz-Kreuzkraut aber wechselständig.
Bild: Martin Koradi
Rundblättriger Enzian, Der Rundblättrige Enzian (Gentiana orbicularis) - eine leuchtend-blaue Insel immitten von Gestein - und das auf 2600 m ü.M.
Bild: Martin Koradi
Stängelloses Leimkraut, Das Stängellose Leimkraut (Silene acaulis) dringt mit eienr bis zu 130 cm langen Wurzel tief in das gestein ein. Die Kissen sind nur an der Oberfläche grün. Im Innern sterben sie ab und produzieren so Eigenhumus. Die Poster wachsen sehr langsam und können bis zu 100 Jahre alt werden. Die Blüten duften, leuchten weithin und werden von Faltern, Bienen, Fliegen und Käfern besucht.
Bild: Martin Koradi
Sefinenbach, Die Jungfrau aus dem hinteren Sefinental fotografiert.
Bild: Martin Koradi
Allermannsharnisch, Der Allermannsharnisch (Allium victorialis) enthält ähnliche Wirkstoffe wie der verwandte Knoblauch. Er wurde aber nicht als Heilpflanze eingesetzt sondern als magisches Mittel. Anlass dazu war, dass die Zwiebel von mehreren netzartigen Faserscheiden umgeben ist. Nach der Signaturenlehre signalisierten sie Kettenhemden, einen Harnisch also für jedermann. Dementsprechend trug man die Zwiebel im Krieg um den Hals in der Hoffnung, dadurch hieb- und stichfest zu werden.
Bild: Martin Koradi
Gegenblättriger Steinbrech, Ein hübscher kleiner Zwerg: Der Gegenblättrige Steinbrech (Saxifraga oppositifolia) ist eine der schönsten Steinbrecharten - und eine der widerstandfähigsten dazu. Seine immergrünen Blätter ertragen unbeschadet bis -40°C. Die Pflanze wächst in den Alpen zwischen 1800 und 3500 m ü.M. Sehr schöne Exemplare findet man auf Birg oberhalb von Mürren auf 2600 m. Die winzige Pflanze mit ihren leuchtenden Blüten hat sich nach den Eiszeiten weltweit verbreitet. Auf Grönland stösst sie sehr weit nach Norden vor und wird sogar zu der Blütenpflanze, die dem Nordpol am nächsten kommt.
Bild: Martin Koradi
Frühlings-Enzian, Der Frühlings-Enzian (Gentiana verna) ist mit seiner engen, tiefen Kronröhre auf den Besuch von Tagfaltern abgestimmt. Auf Blau als Blütenfarbe sprechen Falter zudem gut an. Die Blüten reagieren sehr sensibel auf Erschütterungen wie Regen, Hagel oder Sturm, aber auch auf Temperaturrückgang. Sie schliessen sich in solchen Situationen rasch.
Bild: Martin Koradi
Breithorn, Bild: Martin Koradi
Birg, Birg (2677 m ü.M.), die Zwischenstation der Schilthornbahn thront hoch über Mürren auf einem Sockel aus Malmkalk. Dahinter liegt das Engetal mit seiner faszinierenden Alpenflora.
Bild: Martin Koradi
Eiger, Birg, Von weitem würde man kaum annehmen, dass auf den steinigen Hängen im Vordergrund etwas wächst. Das täuscht aber sehr. Zwischen den Steinen blüht eine ganze Anzahl von alpinen Polsterpflanzen.
Im Hintergrund die Eigernordwand - die ist aber für unsere Touren definitiv zu steil.....
Bild: Martin Koradi
Wasserfälle.., ..gibt es im Hinteren Lauterbrunnental so zahlreich, wie wohl kaum sonst irgendwo.
Bild: Martin Koradi
Kriechende Nelkenwurz, Die Kriechende Nelkenwurz (Geum reptans) ist eine ausgesprochen hochalpine Pionierpflanze auf Schutthalden und leuchtet mit ihren intensiv-gelben Blüten eindrücklich zwischen den Steinen hervor. Sie bildet bis zu 1 m lange, oberirdische Ausläufer, mit denen sie den Schutt überkriecht und an deren Ende sich festwurzelnde Tochterpflanzen bilden.
Bild: Martin Koradi
Kriechende Nelkenwurz, Die Fruchtstände des Kriechenden Nelkenwurz bilden oft einen verdrehten Haarschopf (\"Gletscher-Petersbart\").
Bild: Martin Koradi
Jungfrau, Enzian, Blick aus dem Sefinental Richtung Jungfrau. Im Vordergrund ein Gelber Enzian. Aus seiner Wurzel wird bittere Medizin gewonnen gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsschwäche.
Bild: Martin Koradi
Purpur-Enzian, Der Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) entwickelt lange Wurzeln, die sich hervorragend zur Herstellung von Enzianschnaps eignen sollen - wobei zu diesem Zweck allerdings in der Regel der Gelbe Enzian (Gentiana lutea) verwendet wird. Beide Arten sind aber geschützt. Die Blüten des Purpur-Enzians öffnen sich nie vollständig, verströmen aber einen feinen Rosenduft und gestechen zudem durch ihre besondere Farbe. Sie werden von Hummeln bestäubt. die winzig kleinen Samen wiegen nur 0,00048g und werden vom Wind verbreitet.
Bild: Martin Koradi
Schreckhorn, Bild: Martin Koradi
Alpen-Gemskresse, Die Alpen-Gemskresse (Hutchinsia alpina) wächst gerne auf kalkreichen Geröllhalden, oft zusammen mit dem Rundblättrigen Täschelkraut. Der Name Hutchinsia soll erinnern an die irische Botanikerin Ellen Hutchins (1785 - 1815), welche die Moose und Algen der Alpen erforschte. Die Blätter der Gemskresse schmecken ausgesprochen scharf (vermutlich Senfölglykoside) und sollen von Gemsen gerne gefressen werden.
Bild: Martin Koradi
Bach..., ...aus dem Saustal
Hier kann das Wasser noch seine Kraft zeigen.
Bild: Martin Koradi
Gletscher, Im Hinteren Lauterbrunnental reiht sich quasi ein Gletscher an den anderen. Dass die Eismasse vor nicht allzu langer Zeit schon mal wesentlich mächtiger war, zeigt die Moräne im linken, unteren Bildteil.
Bild: Martin Koradi
Alpen...., Das Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris) wächst gerne in Schuttfluren. Bestäuber sind in erster Linie Tagfalter.
Bild: Koradi, Martin
Sefinenbach, Bild: Martin Koradi
Sefinenbach, Bild: Martin Koradi
Gelbes Alpen...., Das Gelbe Alpen-Stiefmütterchen (Viola lutea) gehört zu den Stammeltern der Garten-Stiefmütterchen. Schön zu sehen sind die sogenannten \"Saftmale\" - die braunen Striche, die den Insekten den Weg weisen.
Bild: Koradi, Martin
Grünäugige Bremse, Bremsen sind nicht gerade beliebt - verständlicherweise. doch wer sich überwinden kann und ihnen in die Augen schaut......Im Ernst: Es gibt viele Bremsenarten mit aussergewöhnlich schillernden Augenfarben - aber nur, solange die Tiere leben. Im Hinteren Lauterbrunnental kann man z. B. auf Doldenblütlern oder auf Baldrian Bremsen mit hoch intensiv grün leuchtenden Augen antreffen.
Bild: Martin Koradi
Gspaltenhorn, Gspaltenhorn - Abendstimmung von Mürren aus.
Bild: Martin Koradi
Gspaltenhorn, Das Gspaltenhorn (3436 m ü.M.) von Birg aus gesehen. Am Fusse der fast 2000 m senkrecht abfallenden Nord-Ostwand des Gspaltenhorns entspringt die Sefinenlütschine direkt aus dem Fels. Ein Besuch an diesem eindrücklichen Ort ist ein Höhepunkt in unserer Heilpflanzen- und Alpenblumenwochen.
Bild: Martin Koradi
Wasserfall, Wer Wasserfälle gern hat, kann sie in unserer Kurswoche in Mürren in allen Varianten bestaunen.
Bild: Koradi, Martin
Leberbalsam, Der Leberbalsam (Erinus alpinus) wächst in Felsspalten, auf Felsschutt, auf Kalk und ist an seinen Standorten sehr dekorativ. Er wird seit Mitte des 18. Jahrhunderts als Zierpflanze geschätzt und ist heute eine beliebte, anspruchslose Steingartenstaude mit mehreren Sorten. Der Name Leberbalsam ist ein reiner Büchername aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem echten Leberbalsam, Ageratum mexicanum, der gerne in Gärten als Zierpflanze kultiviert wird. Eine Heilwirkung auf die Leber ist daher - trotz des Namens - nicht zu erwarten!
Bild: Martin Koradi
Grossblättrige Schafgarbe, Die Grossblättrigen Schafgarbe (Achillea macrophylla) wächst in Hochstaudenfluren und Grünerlenbeständen. Sie braucht viel Feuchtigkeit und Schatten und wird - im Gegensatz zur Gemeinen Schafgarbe (Achillea millefolium) - nicht als Heilpflanze verwendet. Also nicht verwechseln!
Bild: Martin Koradi
Golddistel, Die Golddistel (Carlina vulgaris) hat kleinere Blütenköpfchen als die verwandte Silberdistel. Ihre Hüllblätter schimmern goldig und schliessen sich bei Regen wie diejenigen der Silberdistel sofort. Mit ihren stachelig-gezähnten Blättern ist die Golddistel gut gegen Viehfrass geschützt.
Bild: Martin Koradi
Eiger, Mönch, Bild: Martin Koradi
Arnikawiese, Diese grosse, schöne Arnikawiese findet man auf dem Allmendhubel.
Bild: Martin Koradi
Beinwell (Wallwurz), Beinwell (Symphytum officinale) gehört zu den Borretschgewächsen. Als Gel, Salbe oder Tinktur hilft die Pflanze gegen Verstauchungen, Knochenhautentzündungen, Sehnenscheidenentzündungen und ähnlichen Erkrankungen.
Bild: Karin Witschi
Berg-Thymian, Reich an ätherischem Oel, hilft der Berg-Thymian (Thymus serpyllum) gegen produktiven Husten.
Bild: Karin Witschi
Dunkle Akelei, Wie andere Akelei-Arten besticht die Dunkle Akelei (Aquilegia atrata) durch ihren symetrischen Blütenbau. Sie kann nur von langrüssligen Hummeln bestäubt werden.
Bild: Martin Koradi
Geflecktes Knabenkraut, Das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) gehört wie alle Knabenkräuter zu den Orchideen. Es ist eine Nektartäuschblume. Mit Duft, Farbe und Gestalt gaukelt es den Insekten eine perfekte Nektarquelle vor. Doch der schöne Schein trügt - der Blütensporn ist leer. Hier stellt sich die Frage, warum eine intelligente Biene mehrmals hintereinander nektarlose Blüten anfliegt und dabei die Bestäubung besorgt, ohne eine Belohnung dafür zu bekommen. Vermutlich trifft eine Biene auch sonst nicht selten auf eine leere Blüte. Wohl weil die Konkurrenz manchmal einfach schneller zur Stelle war. Darum wird die Biene nicht schon beim ersten Reinfall misstrauisch und bis sie dann nach mehreren Versuchen ernsthaft \"Verdacht\" schöpft, ist die Bestäubung schon passiert.
Bild: Karin Witschi
Alpen-Milchlattich, Der Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina) sieht mit seinen blauvioletten Blüten der Wegwarte ähnlich, wächst aber deutlich höher ( 50 - 200cm). In Bergwäldern leuchten die Blütenstände vor allem im Gegenlicht sehr intensiv. Alpen-Milchlattich enthält in allen Teilen einen Milchsaft. Früher glaubte man, dass die Milchproduktion von Kühen ansteigt, wenn man ihnen Alpen-Milchlattich verfüttert. Ob das stimmt, ist bis heute ungeklärt. Es gibt bei den altedn Traditionen neben vielen Wahrheiten auch viele Irrtümer, die sich aber Jahrhunderte gehalten haben.
Bild: Martin Koradi
Astlose Graslilie, Die Astlose Graslilie (Anthericum liliago) ist ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet. Dementsprechend besiedelt sie bei uns Trockenrasen und warme Felshänge.
Bild: Martin Koradi
Augenwurz, Der Augenwurz (Athamanta cretensis) wächst auf Felsen und Felsschutt, auf Kalk. Obwohl es viele ähnliche weisse Doldenblütler gibt, ist die Pflanze an ihrem typischen Standort kaum zu verwechseln. Sie ist sehr reich an aromatisch riechenden ätherischen Ölen, doch sind eigenartigerweise keine Heilwirkungen bekannt. Die Bezeichnung \"Augenwurz\" entspringt wohl nicht einer früheren heilkundlichen Verwendung, sondern einer Verwechslung: Man hielt die Pflanze offenbar früher für eine Art der \"libanotis\" (auch ein Doldenblütler), die von Dioskurides (um 70 n. Ch.) zur \"Schärfung des Gesichtes\" empfohlen wurde. Auch die lateinische Bezeichnung \"cretensis\" ist falsch. Es bedeutet \"kretisch, aus Kreta stammend\". Die Pflanze kommt aber dort nicht vor. Auch dem berühmten Carl von Linné (1707-1778) unterläuft einmal ein Fehler. Schweden ist gar weit von Kreta weg. Und auf Namen ist nicht immer Verlass.
Bild: Martin Koradi
Bayrischer Enzian, Der Bayrische Enzian (Gentiana bavarica) kommt trotz seines Namens nicht nur in Bayern, sondern in den ganzen Alpen vor. Die tiefblauen Blüten können leicht mit dem Frühlings-Enzian (Gentiana verna) verwechselt werden. Zur Unterscheidung auf die Blätter achten (bzw. in einen Kurs kommen....ich zeige den Unterschied gerne). Der Bayrische Enzian wächst gegenüber dem Frühlings-Enzian auf feuchteren Stellen.
Bild: Martin Koradi
Behaarte Alpenrose, Typisch für die Behaarte Alpenrose (=Bewimperte Alpenrose, Rhododendron hirsutum) sind die abstehend behaarten Blätter, was auf diesem Bild gut erkennbar ist.
Bild: Martin Koradi
Distelfalter, Ein Distelfalter (Vanessa cardui) auf einer Distel - das passt nicht nur vom Namen her gut zusammen. Disteln dienen den Raupen des Distelfalters oft als Futterpflanze und den Faltern als wichtige Nektarquelle. Der Distelfalter fliegt sehr schnell und gut und ist ein ausgesprochener Wanderfalter. Er fliegt jedes Jahr ab April aus Nordafrika und dem südlichen Europa in die Schweiz ein. Im Verlaufe des Sommer erreicht ein Teil der Falter den Polarkreis. In der Schweiz sind bis zum Spätherbst zwei (bis drei) Generationen möglich. Im Herbst fliegt ein Teil der distelfalter wieder südwärts.
Bild: Martin Koradi
Echte Edelraute, Die Echte Edelraute (Artemisia mutellina) ist eine kleine Verwandte des Wermuts. Streift man sanft über ihre feinen Blätter, verströmt sie ätherische Öle mit einem betörend aromatischen Duft. Sie wurde früher wegen ihrer Bitterstoffe ähnlich wie Wermut als verdauungsförderndes Mittel in Teeform getrunken und zu Likör verarbeitet. Vor allem in Österreich war sie zudem als Hutschmuck bei den Sennern sehr begehrt. Von dem allem sollte man aber die Finger lassen, weil die Pflanze zu selten ist, um noch genutzt zu werden. Für die Nase ist die Pflanze jedoch ein Erlebnis.
Bild: Martin Koradi
Flechte Birg, Flechten sind enge Lebensgemeinschaften (Symbiosen) zwischen Algen und Pilzen. Sie verblüffen immer wieder durch ihre Widerstandsfähigkeit und Überlebenskraft an extremen Standorten - wie diese alpine Flechte auf rund 2600 m ü.M. im Bereich Birg oberhalb Mürren.
Bild: Martin Koradi
Margrite mit Spanner, Tönt nicht sehr glaubhaft, stimmt aber: Hier sehen Sie einen Nachtfalter, der ausschliesslich am Tag unterwegs ist. Kommt noch dazu, dass das Tierchen eine ziemlich ausgefallenen Namen trägt: Gelbgeränderter Flachstirnspanner (Psodos quadrifaria SULZER). Man sieht ihn nicht selten auf blütenreichen Wiesen, wenn man die Augen für ihn offen hat.
Bild: Martin Koradi
Hirschheil, Der Hirschheil (Seseli libanotis) benötigt bis zu acht Jahre bis zur Blühreife. Nach der Blütezeit produziert er Samen und stirbt anschliessend ab. Er trägt also nur einmal Früchte. Pflanzenarten mit einer solchen \"gemächlichen\" Lebensweise können sich kaum behaupten in Wiesen, die jedes Jahr gemäht werden. Ihre Vermehrung, die ausschliesslich über Samen erfolgt, wäre ernsthaft in Frage gestellt. Zudem gilt die Pflanze auch noch als trittempfindlich (Vieh, aber auch Kletterer in viel durchquerten Felsbändern.
Über allfällige Heilwirkungen (Name!) ist leider nichts Verlässliches in Erfahrung zu bringen.
Bild: Martin Koradi
Karthäuser-Nelke, Die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) wächst gerne auf trockenen, warmen Stellen. Sie wurde früher auch Donner-, Feuer- oder Wetternelke genannt, weil sie - wie viele rotblühende Pflanzen - den Blitz anziehen soll. Daher durfte man sie nicht abreissen und schon gar nicht ins Haus bringen. Beides sollte man auch heute noch unterlassen, auch wenn die Drohung mit dem Blitz nicht mehr sehr überzeugend ist.
Die Karthäuser-Nelke wird vor allem von Tagfaltern bestäubt, die - im Gegensatz zu den Bienen - rotsichtig sind und zudem einen ausreichend langen Rüssel haben, um zum Nektar zu kommen.
Bild: Martin Koradi
Kleine Sterndolde, Die Kleine Sterndolde (Astrantia minor) ist ein ausserordentlich zierliches Pflänzchen. Aus der Ferne betrachtet, mag sie nach nichts besonderem aussehen. Schaut man sie von nah an, ist sie aber sehr hübsch.
Bild: Martin Koradi
Kriechende Hauhechel, Der Kriechende Hauhechel (Ononis repens) ist ein naherr Verwandter des Dornigen Hauhechels (Ononis spinosa), der als harntreibende Pflanze in Nieren-Blasen-Teemischungen verwendet wird. Die Ononis-Arten gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler.
Bild: Martin Koradi
Rittersporn, Der Hohe Rittersporn (Delphinum elatum) ist ein Bewohner von Hochstaudenfluren. Seine prachtvollen, stahlblauen Blüten verbergen ihren Nektar in einem langen Sporn. Nur langrüsslige Hummeln sind in der Lage, den Nektar aufzunehmen und zugleich die Pflanze zu bestäuben. Rittersporn ist eng mit Eisenhut (Aconitum) verwandt und enthält auch ähnliche Alkaloide. Er scheint aber weniger giftig zu sein, sind doch bisher keine relevanten Vergiftungen beschrieben worden. Aber bitte keine Experimente - vor allem die Samen könnten gefährlich sein.
Bild: Martin Koradi
Schnee-Enzian, Der zierliche, einjährige Schnee-Enzian (Gentiana nivalis) reagiert besonders empfindlich auf Temperaturveränderungen. Er kann seine Blüten während einer Stunde mehrmals öffnen und schliessen. Schon eine vorbeiziehende Wolke kann genügend Abkühlung bringen, um die Schliessbewegungen auszulösen.
Bild: Martin Koradi
Silberwurz, Silberwurz (Dryas octapetala) kann auch an sehr windexponierten Graten überleben und ist dort eine Notnahrung für Gemsen oder Steinböcke, wenn die Grate durch den Wind vom Schnee freigeblasen worden sind. Im Bild sind die charakteristisch zerzausten Fruchtstände der Silberwurz zu sehen (\"Wildes Wibli\"). Bei geringer Luftfeuchtigkeit spreizen sich die haarschopfartigen Fruchtperücken auseinander, bei hoher Luftfeuchtigkeit zwirbeln sie sich zusammen. Ein Bio-Hygrometer, welches Aussagen machen kann über die Wetterentwicklung.
Bild: Martin Koradi
Tschingellütschine, Die Tschingellütschine - der Abfluss aus dem Tschingelgletscher, zuhinterst im Hinteren Lauterbrunnental.
Bild: Martin Koradi
Würger, Die Würger (Orobanche spec.) gehören zu den Sommerwurzgewächsen und sind Vollschmarotzer. Alles was sie an Nährstoffen und Wasser brauchen, beziehen sie aus den Wurzeln einer Wirtspflanze. In der Schweiz wachsen 20 verschiedene Würgerarten, die jeweils nur auf bestimmten Pflanzenarten schmarotzen. Ihre winzigen Samen keinem nur, wenn Wurzeln einer geeigneten Wirtspflanze in der Nähe sind. Als Vollschmarotzer enthalten die Würger kein Chlorophyll und sind daher niemals grün.
Den Würgern traute man früher zu, dass sie die Kühe stierig machen können. So schrieb zum Beispiel Matthioli 1563: \"Diss kraut nennet man auch herba tauri und herba vaccae dieweil die küe so diss kraut versuchen alsbaldt der ochsen begeren wie solches die hirten wargenommen.\"
Bild: Martin Koradi
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