Diptam, Der Diptam (Dictamnus albus) gehört wohl zu den schönsten einheimischen Wildpflanzen und ist auch unter den Namen Aeschenwurz, Aschwurz, Deiwelswurz, Eschenwurz, Feuerpflanze sowie Flammender Busch bekannt. Als wichtiges Familienmerkmal der Rutaceae, zu denen neben dem Diptam zum Beispiel auch die Zitrusgewächse zählen, sei das Vorhandensein lysigener Sekretbehälter mit intensiv riechenden ätherischen Ölen erwähnt. Den hohen Gehalt an ätherischem Öl erkennt man beim Diptam am stark aromatisch und angenehm an Zitronen oder Zimt erinnernden Duft. An heißen windstillen Tagen wird die Pflanze von einer Duftwolke aus konzentrierten Dämpfen von ätherischen Ölen eingehüllt, welche leicht entflammbar sind. Das hat der Pflanze wahrscheinlich den oben genannten Beinamen „Flammender Busch“ eingebracht.
Besonderes:
Bereits im Mittelalter fand der Diptam in der traditionellen Pflanzenheilkunde Verwendung als harntreibendes Mittel, als Wundheilmittel, als Mittel zur Förderung der Menstruation und später als Gegenmittel von Magenleiden und rheumatischen Beschwerden. Die vielseitige historische Anwendung als Heilpflanze sollte allerdings nicht zur Meinung verleiten, die Pflanze sei harmlos. Die Berührung der Pflanze mit der Haut sollte vermieden werden, weil die Inhaltsstoffe hautreizend sind und bei empfindlichen Personen zu Hautirritationen führen können, die nur langsam abheilen.
Bild: Karin Witschi
Berg-Küchenschelle, Die Berg-Küchenschelle (Berg-Anemone, Pulsatilla montana) bezaubert durch den intensiven Kontrast von tiefviolett und gelb.
Bild: Karin Witschi
Federgras, Das schillerde, in der Sonne weissglitzernde Federgras (Stipa pennata) verleiht der Felsensteppe ihr ganz besonderes Aussehen. Das Schauspiel der im Winde hin und her wogenden federartig behaarten Grannen in der Felsensteppe ist sehr beeindruckend. Bei Trockenheit zieht sich das Federgras korkenzieherartig zusammen. Das Federgras ist eine veritable Steppenpflanze. Seine Hauptverbreitung hat es in den Steppen Ungarns und der Ukraine. In der Schweiz kommt es nur noch an wenigen Orten vor.
Bild: Karin Witschi
Gelbe Schafgarbe, Die Gelbe Schafgarbe (Achillea tomentosa) wächst wild in der Schweiz nur im Wallis in Trockenrasen und Felsensteppen. Die Seltenheit findet man oberhalb Gampel in der Felsensteppe. Die Gelbe Schafgarbe ist eine beliebte Steingartenpflanze.
Bild: Karin Witschi
Ausblick, Ausblick auf die gegenüberliegende Talseite.
Bild: Karin Witschi
Aussicht, Die kleinräumig strukturierte Landschaft bietet einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren Lebensraum. In den meisten Regionen Mitteleuropas sind Wald und Wiese schnurgerade voneinander getrennt. Hier sind Wald und Wiese noch ineinander verzahnt, die Übergänge fliessend und unregelmässig. Für die Bewirtschaftung ist das nicht sehr rationell, für die Naturvielfalt aber optimal.
Bild: Karin Witschi
Holunder-Knabenkraut, Das Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina) wächst rund um Jeizinen in grosser Zahl.
Bild: Karin Witschi
Holunder-Knabenkraut, Das Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina) ist nur im Wallis und im Tessin häufiger, sonst aber selten. Die Blüte soll zuweilen schwach nach Holunder riechen.
Bild: Karin Witschi
Holunder-Knabenkraut, Das Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina) ist polychrom (vielfarbig). Es tritt in einer gelben und einer hell- bis dunkelvioletten Farbvariante auf. Allerdings ziegen beide Varianten die jeweils andere Farbe auch. Die roten Individuen tragen das Gelb auf der Lippenbasis und im Blütenschlund, die gelben Pflanzen das Rot in der punkt-, strich- oder schleifenförmigen Lippenzeichnung.
Holunder-Knabenkraut ist eine Täuschblume. Es bietet den Insekten keinen Nektar. Möglicherweise dienen die beiden Farbvarianten dazu, dass der \"Betrug\" nicht so schnell auffliegt.
Bild: Karin Witschi
Holunder-Knabenkraut, Das Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina) ist polychrom (vielfarbig). Es tritt in einer gelben und einer hell- bis dunkelvioletten Farbvariante auf. Allerdings ziegen beide Varianten die jeweils andere Farbe auch. Die roten Individuen tragen das Gelb auf der Lippenbasis und im Blütenschlund, die gelben Pflanzen das Rot in der punkt-, strich- oder schleifenförmigen Lippenzeichnung.
Holunder-Knabenkraut ist eine Täuschblume. Es bietet den Insekten keinen Nektar. Möglicherweise dienen die beiden Farbvarianten dazu, dass der \"Betrug\" nicht so schnell auffliegt.
Bild: Karin Witschi
Jupiter-Lichtnelke, Die Jupiter-Lichtnelke (Silene flos-jovis) besiedelt zu Tausenden die ehemaligen Getreidefelder zwischen Jeizinen und Gampel. Sie nimmt dort überhand, weil die Schafe die samtweich behaarten Blätter nicht fressen. Mit ihrem dichten Strauss aus vielen, etwa drei zentimeter breiten Blüten ist sie eine repräsentative Erscheinung. Zudem soll sie eine alte Götterblume sein (Name!), was aber nicht eindeutig geklärt ist.
Bild: Karin Witschi
Aussicht, Jeizinen liegt auf einer Sonnenterrasse hoch über dem Walliser Haupttal. Von hier aus sieht man ins Unterwallis bis nach Sitten, ins Oberwallis und auf die eindrücklichen 4000er-Gipfel.
Bild: Martin Koradi
Weisshorn, Blick auf das imposante Weisshorn (4505m) von Jeizinen aus. Noch eindrücklicher wirkt der Berg, wenn er sich in der Abendsonne rötlich färbt. Ein faszinierender Berg quasi als Nachbar.
Bild: Martin Koradi
Koch\'scher Enzian, Der Koch\'sche Enzian (Gentiana acaulis), erkennbar am olivgrünen Blüteneingang, wächst nur auf sauren Böden.
Bild: Karin Witschi
Wermut, An den trocken-warmen Hängen zwischen Jeizinen, Gampel und Leuk fühlt sich der Wermut (Artemisia absinthium) ausgesprochen wohl. An manchen Stellen wächst die Pflanze so dicht, dass bei intensiver Sonnenbestrahlung die Luft geschwängert ist mit dem aromatischen aetherischen Öl dieser Heilpflanze. Ihr Geschmack ist ausserordentlich bitter. Das gibt dem Wermuttee seine magensaftsteigernde und verdauungsfördernde Wirkung. Zu diesem Zweck empfiehlt die Pflanzenheilkunde den Tee eine halbe Stunde vor dem Essen zu trinken. Schluckweise nach der Mahlzeit getrunken wirkt Wermuttee eher gallenflussfördernd.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Südalpen-Lungenkraut, Das Südalpen-Lungenkraut (Pulmonaria australis) kommt in der Schweiz nur im Wallis, im Tessin und in den südöstlichen Teilen Graubündens vor. Es blüht zuerst rötlich, dann leuchtend violett- bis azurblau.
Bild: Karin Witschi
Bärentraube, Was wächst hier rund um diesen alten Baumstrunk? Es ist die Immergrüne Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi), welche in Jeizinen ausgedehnte Teppiche bildet. Bärentraubenblätter sind als Heilpflanze in Form von Tee gegen akute Blasenentzündungen wirksam. Die Pflanzenheilkunde empfielt, den Bärentraubenblättertee als Kaltauszug zuzubereiten. Er ist dann magenverträglicher und vom Geschmack her besser.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Acker-Schachtelhalm, Hier wächst der Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense). Aber sieht der nicht ganz anders aus? Grün, wie ein kleines Tännchen? - Stimmt, so sieht der Sommertrieb aus, der Blattgrün enthält und daher für den Stoffaufbau zuständig ist. Hier im Bild sehen wir den Frühlingstrieb der gleichen Pflanze. Er ist braun und bildet an seiner Spitze Sporen für die Vermehrung. Die Schachtelhalme waren in der Entwicklung der Pflanzenwelt schon sehr früh von grosser Bedeutung. Sie bildeten zusammen mit den Farnen vor 300 Millionen Jahren grosse Wälder. Damals wuchsen Schachtelhalme und Farne von 30 m Höhe und mit einem Stammdurchmesser von einem Meter. Sie daminierten die Pflanzenwelt, lange bevor die Nadelhölzer und die \"modernen\" Blütenpflanzen sich entwickelten. Unser Acker-Schachtelhalm hat also eine stattliche Ahnenreihe.
Die Pflanzenheilkunde verwendet ausschliesslich den grünen Sommertrieb des Acker-Schachtelhalms zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten.
Heilpflanzen-Fotos: Karin Witschi
Aurorafalter, Was geht hier vor? - Ein Aurorafalter-Päärchen am Turteln! Die (weisse) Lady drückt ihre Flügel flach auf die Pflanzenunterlage, hält sich dort fest und streckt ihren Hinterleib hoch. Er - orangeweiss, siehe Foto weiter vorne in der Jeizinen-Galerie - fliegt wie wild um sie herum und fächelt ihr mit seinen Flügeln Duftstoffe zu, die sie in Stimmung bringen sollen. Wenn er sich so bemüht - das ist jedenfalls in der Tierwelt so - ist das ein Zeichen dafür, dass sie die Wählende ist...hat aber nicht geklappt in der Zeit, in welcher wir das Schauspiel beobachten konnten.
Bild: Karin Witschi
Aurorafalter, Was geht hier vor? - Ein Aurorafalter-Päärchen am Turteln! Die (weisse) Lady drückt ihre Flügel flach auf die Pflanzenunterlage, hält sich dort fest und streckt ihren Hinterleib hoch. Er - orangeweiss, siehe Foto weiter vorne in der Jeizinen-Galerie - fliegt wie wild um sie herum und fächelt ihr mit seinen Flügeln Duftstoffe zu, die sie in Stimmung bringen sollen. Wenn er sich so bemüht - das ist jedenfalls in der Tierwelt so - ist das ein Zeichen dafür, dass sie die Wählende ist...hat aber nicht geklappt in der Zeit, in welcher wir das Schauspiel beobachten konnten.
Bild: Karin Witschi
Fühlings-Enzian, Der Frühlings-Enzian (Gentiana verna) beeindruckt immer wieder durch sein leuchtendes Blau.
Bild: Carol Lüthi
Berge, Ausblick von Jeizinen.
Bild: Carol Lüthi
Hohe Brücke, Die Hohe Brücke oder Teufelsbrücke überspannt den Feschelbach bei Erschmatt in über 100 m Höhe. Als \"neue Brücke\" wurde sie 1563 erstmals erwähnt. Respekt verdient die schöne Bogenbrücke aber nicht nur wegen ihrem hohen Alter. Bedenkt man, dass zur damaligen Zeit kaum technische Hilfsmittel zur Verfügung standen, kann man über die Baukunst der Erbauer nur staunen.
1691 wurde am östlichen Brückenkopf noch eine Kapelle erbaut.
Bild Carol Lüthi
Mondraute, Die Gemeine Mondraute (Botrychium lunaria) ist ein zierliches Farn, das in Berwiesen und -weiden vorkommt. Seine sichelförmigen Blätter sollen nach altem Aberglauben mit dem Mond zu und abnehmen. Leonhard Bock schreibt dazu 1539: \" ...ettlich wöllen diss Kraut sol zu und abnemen mit dem Mondschein/ also / so mancher tag das liecht am himmel alt / also vil sol diss kraut underschiedliche zerkerffte bletter bringen / vil treiben abenthewer mit disem gewächs / sonderlich aber die alchymisten...\"
Slowakische Mädchen sollen sich Mondraute in die Schuhe gesteckt haben \"um beim Tanze nicht sitzen zu bleiben\". Dem kleinen Pflänzchen wurde ganz offensichtlich viel Kraft zugetraut. Bock nannte die Pflanze St. Walpurgiskraut.
Bild: Carol Lüthi
Kiefer, Kiefern können auch an trocken-warmen Standorten überleben.
Bild:Carol Lüthi
Rosette von Königskerze, Königskerzen (Verbascum spec.) können sich auch in der Felsensteppe noch behaupten, weil sie in jeder Hinsicht an trockene Standorte angepasst sind. Mit ihren oft massiven Pfahlwurzeln holen sie Wasser noch aus grosser Tiefe und die dicht-wollige Behaarung der Blätter ist ein guter Verdunstungsschutz. Die Haare werden gern von Wollbienen \"abrasiert\" und für die Unterteilung ihrer Brutröhren verwendet. Im Bild sehen wir die imposante Blattrosette. Der hohe, gelbe Blütenstand wird sich später entwickeln. An Königskerzen findet man nicht selten die schön gefärbte Raupe des \"Braunen Mönchs\".
Bild: Carol Lüthi
Leberblümchen, Leberblümchen (Hepatica nobilis) sind in der Regel blaulila in der Blütenfarbe. In Jeizinen treffen wir viele weisse Exemplare.
Bild:Carol Lüthi
Salomonsiegel, Das Echte Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) gehört zu den Liliengewächsen. Wegen der wohlriechenden, glöckchenförmigen Blüten wurde es auch \"Grosses Maiglöckchen\" genannt. Der Wurzelstock galt als \"Springwurz\" mit deren Hilfe man in Sagen und Märchen verborgene Schätze auffinden, verschlossene Tore aufsprengen und aus Felsen Quellen entspringen lassen kann.
Bild: Carol Lüthi
Gelbstern, Der Alpen-Gelbstern (Gagea fistulosa, Röhriger Gelbstern) gehört zu den Liliengewächsen
Bild: Carol Lüthi
Ringelspinner, Die Raupen des Alpen-Ringelspinners (Malacosoma alpicola) sind auf alpinen Rasen und Magerwiesen oberhalb von etwa 1500 m ü. M. häufig anzutreffen. Sie leben oft in Gruppen und fressen mit Vorliebe Frauenmantel. Ihre Schönheit zeigt die Raupe erst mit einer starken Lupe oder unter dem Binokular-Mikroskop, das wir auf den Exkursionen dabei haben. Sie ist unter ihrem Haarpelz leuchtend hellblau und rotbraun gefärbt. Den geschlüpften Nachtfalter sieht man selten.
Bild: Carol Lüthi
Aussicht..., Aussicht von Jeizinen auf die gegenüberliegende Bergkette.
Bild: Carol Lüthi
Charakterbäume..., Wer gerne charaktervolle Bäume hat findet sie hier in allen Varianten.
Bild: Carol Lüthi
Dreiblatt-Baldrian, Der Dreiblatt-Baldrian (Valeriana tripteris) ist in Jeizinen überaus häufig. Er wird nicht selten mit dem Gebräuchlichen Baldrian (Valeriana officinalis) verwechselt, der als Heilpflanze bei Schlafstörungen hilft. Letzterer ist aber viel grösser und wächst an feuchten Stellen, während der Dreiblatt-Baldrian steinigen Untergrund liebt.
Bild: Carol Lüthi
Erdrauch, Der Gebräuchliche Erdrauch (Fumaria officinalis) wächst auf Äckern, Ödland, Schuttplätzen und in Rebbergen. Das hübsche, zierliche Pflänzchen wirkt gallenflussfördernd.
Bild: Carol Lüthi
Exkursion, Gefragt ist genaues Hinschauen...
Bild: Carol Lüthi
Hornklee, Der Gemeine Hornklee (Lotus corniculatus) ist weit verbreitet. Das kleine Pflänzchen entwickelt bis zu 1 m tiefe Wurzeln und kann sich darum auch bei Trockenheit gut behaupten. Es ist eine wichtige Pollenquelle für zahlreiche Wildbienenarten und Raupenfutterpflanze für mehrere Schmetterlingsraupen (Alpengelbling, verschiedene Bläulinge).
Bild: Carol Lüthi
Gemeine Kugelblume , Die Gemeine Kugelblume (Globularia punctata) wächst auf kalkreichen, trockenen Böden in warmen Lagen. Die violettblauen Blütenköpfchen bestehen aus zahlreichen Einzelblüten, die sich quasi zusmmengeschlossen haben, um gegenüber der Insektenwelt einen auffälligeren Auftritt zu erreichen.
Bild: Carol Lüthi
Helm-Knabenkraut, Das elegante Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) hat seinen Namen von den blasslila gefärbten Blütenhüllblättern, die einen Helm bilden. Weniger militärisch ist der alte Name Orchis mimusops. Das lat.-griech. Wort \"mimusops\" heisst \"aussehend wie ein Possenreisser\". Helm-Knabenkraut wächst vorwiegend auf Kalkuntergrund. Die wohlriechenden Blüten werden meist von Bienen oder Hummeln bestäubt.
Bild: Carol Lüthi
Kugelblume / Wolfsmilch, Hier treffen sich zwei Pflanzen, deren Vorfahren vor vielen Millionen Jahren möglicherweise aus Afrika eingewandert sind. Die blauen Kugelblumen kamen nach der Alpenfaltung wahrscheinlich aus nordafrikanischen Gebirgen (Atlas) nach Mitteleuropa. Die glebblühende Pflanze gehört zur Gattung Wolfsmilch (Euphorbia), die ihren Schwerpunkt sowieso hauptsächlich im tropischen und subtropischen Afrika hat und dort oft sukkulent (wasserspeichernd) und kakteenähnlich sind.
Bild: Carol Lüthi
Landschaft, Immer wieder anders - vielfältige Ausblicke ins Tal.
Bild: Carol Lüthi
Landschaft, In Jeizinen kann man den Blick in die Weite schweifen lassen.
Bild: Carol Lüthi
Alte Wege, Dieser alte, überwachsene Weg entlang einer Wasserleitung bietet landschaftlich und botanisch vielfältige Entdeckungen - und manchmal begleitet uns dabei sogar eine Nachtigall mit ihrem Gesang.
Bild: Karin Witschi
Anemone Fruchtstand, Der Fruchtstand der Berg-Anemone (Pulsatilla montana) wird auch \"Wilds Mannli\" genannt, weil er einem verstrupelten Haarschöpf ähnlich sieht.
Bild: Karin Witschi
Diptam, Diptam (Dictamnus albus) wächst in der Felsensteppe zwischen Jeizinen und Gampel. Man kann die seltene Schönheit von der Luftseilbahn Gampel-Jeizinen aus sehen, kurz nach dem Start in Gampel.
Bild: Karin Witschi
Felsenmispel, Die Felsenmispel (Amelanchier ovalis, auch Felsenbirne genannt) fällt mit ihren grossen weissen Blüten sofort auf. Sie wächst gern auf felsigem Untergrund an wärmebegünstigten Lagen. Eine entfernte Ähnlichkeit der Blüten mit dem Edelweiss trug der Pflanze den stolzen Namen \"Edelweissstrauch\" ein. Die Früchte sind essbar und können für Kompott, Marmeladen oder Suppen sowie getrocknet als Korinthenersatz verwendet werden.
Bild: Karin Witschi
Felsensteppe, Ein urtümliches Naturparadies.
Bild:Karin Witschi
Felsensteppe, Eine urtümliche Landschaft, wie man sie in der Schweiz nur an wenigen Orten sehen kann.
Bild: Karin Witschi
Flaum-Eiche, Zwischen Jeizinen und Gampel führt ein schöner alter Weg durch ausgedehnte Bestände der Flaum-Eiche (Quercus pubescens). Da sie Licht und Wärme liebt, gefällt es ihr bestimmt in dieser Gegend. Von anderen Eichenarten unterscheidet sie sich zum Beispiel durch die Behaarung auf der Blattunterseite (Verdunstungsschutz).
Bild: Karin Witschi
Grüne Hohlzunge, Die Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride), eine kleine, unscheinbare Orchideenart, und darum sehr oft übersehen. Nun ja, die Pflanze muss auch nicht uns Menschen Eindruck machen. Sie wird vor allem von Nachtfaltern bestäubt. Bei dieser Kundschaft ist Duft gefragt, nicht der optische Auftritt.
Bild: Karin Witschi
Himmelblauer Bläuling, Himmelblaue Bläulinge (Polyommatus bellargus) bei der Paarung. Bläulinge sind sehr aufmerksam, fliegen schnell auf und sind daher schwer fotografierbar. Das gelingt am ehesten am Morgen, dann sind sie noch nicht flugfähig, oder wenn sie wie hier im Bild abgelenkt und anderweitig beschäftigt sind. Bläulinge von nah zu betrachten ist ein besonderes Erlebnis.
Bild: Karin Witschi
Huflattich, Huflattich (Tussilago farfara) ist ein Frühlingsbote. Die Pflanze hat eine lange Tradition als Heilmittel gegen Husten. Sie enthält allerdings (geringe Mengen) lebertoxische Substanzen. Darum wird heute empfohlen, sie sicherheitshalber durch andere hustenstillende Heilpflanzen zu ersetzen. Aber freuen kann man sich an den hübschen Blüten nach langem Winter ohne Einschränkung.
Bild: Karin Witschi
Ausblick, Blick ins Tal. Von dieser Stelle aus kann man nicht selten Steinadler im Flug beobachten.
Bild: Karin Witschi
Ausblick, Ausblick auf die gegenüberliegende Talseite.
Bild: Karin Witschi
Karthäusernelke, Die Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum) bevorzugt trocken-warme Standorte auf felsigem Grund. Ihren Namen soll sie erhalten haben, weil angeblich die Karthäuser-Mönche diese Nelke früher oft in ihren Klostergärten angepflanzt haben sollen. Die Blüten beeindrucken durch ihre intensive Farbe. Aus den Karthäusernelken entstanden durch Kreuzungen mit anderen Arten prächtig blühende Gartenpflanzen.
Bild: Karin Witschi
Kochscher Enzian, Den Koch\'schen Enzian (Gentiana acaulis) findet man in Jeizinen in grosser Zahl oberhalb des Dorfes.
Bild: Karin Witschi
Schmetterlingshaft, Der \"Schmetterlingshaft\" sieht nur so aus wie ein Schmetterling. Die pelzigen Tierchen mit den schön gefärbten und geaderten Flügeln und den neckischen Knopffühlern jagen im Flug kleine Insekten - während Schmetterlinge sich bekanntlich von Nektar ernähren. Mit ihrem Jagdverhalten ähneln Schmetterlingshafte eher den Libellen, mit denen sind sie aber auch nicht verwandt. Schmetterlingshafte gehören zu den Netzflüglern. Von den etwa 350 bekannten Arten leben die meisten in tropischen oder subtropischen Gegenden, nur drei Arten kommen auch in wärmeren Gebieten Mitteleuropas vor. Neben einem warmen Klima brauchen sie sehr blütenreiche Wiesen, weil dort auch ihre Beute zahlreich anzutreffen ist. Daraus lässt sich schliessen: Schmetterlingshafte fliegen nur an ganz besonderen Stellen. In Jeizinen lassen sie sich in grosser Zahl bei ihren faszinierenden Jagdflügen beobachten. Das spicht für die reichhaltige Natur in dieser Landschaft. Lassen Sie sich dieses Erlebnis in meinem Mai-Kurs in Jeizinen zeigen.
Die Augen der Schmetterlingshafte sind übrigens speziell an des Jagen unter strahlend blauem Himmel angepasst. Dieses Licht einthält einen hohen Anteil (für uns unsichtbarer) ultravioletter Strahlung. Der grössere, obenliegende Teil des Auges sieht nur diese Strahlung. Mit dem oberen Augenbereich werden dadurch die fliegenden Beutetiere speziell kontrastreich abgebildet.
Bild: Karin Witschi
Ausblick, Blick ins Tal. Von dieser Stelle aus kann man nicht selten Steinadler im Flug beobachten.
Bild: Karin Witschi
Lärchenwald, Lärchen brauchen Licht und stehen daher mit Abstand zueinander. Darum empfinden wir den Lächenwald oft als besonders heiter und freundlich. Solche Stellen gibt es in Jeizinen zum Beispiel oberhalb des Dorfes.
Bild: Karin Witschi
Rotes Seifenkraut, Das Rote Seifenkraut (Saponaria ocymoides) wächst gern auf felsigem Untergrund in wärmeren Lagen. Es ist bei Schmetterlingen als Nektarquelle ausserordentlich beliebt.
Bild: Karin Witschi
Schopfige Bisamhyazinthe, Die Schopfige Bisamhyazinthe (Muscari comosum, auch Federhyazinthe) stammt ursprünglich aus dem Mittelmmerraum. Seine amethystfarbenen Blüten stehen im oberen Teil schopfartig ab, sind unfruchtbar und dienen der Schauwirkung. Form und Farbe verleihen dieser Pflanze ein exotisches Aussehen.
Die Zwiebeln der Pflanze gelten in Apulien als Delikatesse (\"Lampascioni\"). Sie werden gegrillt, gekocht als Salat verspeist, in Oel oder Essig eingelegt. Die Pflanze ist aber bei uns viel zu selten. Sie darf daher aus Naturschutzgründen nicht ausgegraben werden.
Bild: Karin Witschi
Schopfige Kreuzblume, Die Schopfige Kreuzblume (Polygala comosa) wächst in trockenen Wiesen auf Kalk.
Bild: Karin Witschi
Schwarzer Apollo, Der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne) zeigt keine roten Flecken auf den Flügeln. Das unterscheidet ihn vom grösseren Apollofalter (P. apollo) und vom Alpenapollo (P. phoebus). Der Schwarze Apollo fliegt nur bei Sonnenschein. Die Männchen suchen in schwirrendem, rastlosem Flug dicht über der Pflanzendecke nach den flugträgen Weibchen. Erst am späteren Nachmittag kümmern sich die Falter ernsthafter um ihre Ernährung und lassen sich regelmässig auf Blüten nieder. Dabei bevorzugen sie rote und blaue Blumen. Der Schwarze Apolle wird als Falter bis zu drei Wochen alt. Die Raupe frisst Lerchensporn.
Bild: Karin Witschi
Trollblumen Wiese, Die Trollblume (Trollius europaeus) wächst gerne auf feuchten Wiesen. Ihre kugelförmig geschlossenen Blüten dienen kleinen Insekten oft als geschütztes Nachtquartier.
Bild: Karin Witschi
Sefistrauch, Der Sefistrauch (Juniperus sabina, Sadestrauch) sieht auf den ersten Blick aus wie eine Thujahecke, die sich zum Schlafen niedergelegt hat. Der Sefistrauch gehört zu den Zypressengewächsen und ist ein naher Verwandter des Gemeinen Wacholders. An warmen Tagen verbreitet er einen stark aromatischen Duft, der an Terpentinöl erinnert. Sefi ist ausserordentlich giftig, wenn Teile der Pflanze oder Zubereitungen aus ihr eingenommen werden. Es kommt zu schweren Reizerscheinungen im Verdauungstrakt und im Nierengewebe, zu Krämpfen, zentralen Lähmungen und allenfalls zum Tod. Sefistrauch wirkt abtreibend und hat in diesem Zusammenhang offenbar nicht wenige Todesfälle verursacht.
Bild: Karin Witschi
Verschlungene Wege, Dieser Weg oberhalb von Gampel entlang einer alten Wasserleitung ist eine Augenweide. Zu sehen sind an dieser Stelle üppig wachsende Exemplare des Wiesen-Salbeis (Salvia pratensis).
Bild: Karin Witschi
Schwefel-Anemone, Schwefel-Anemonen (Pulsatilla alpina ssp. apiifolia) blühen in Jeizinen oberhalb des Dorfes und östlich davon in grosser Zahl. Die Pflanze zeigt sauren Boden an.
Bild: Karin Witschi
Witwenblume mit Pinselkäfer, Witwenblumen (Knautia spec.) sind nicht nur wichtige Nahrungsquellen für viele Schmetterlinge und Wildbienen. Auch Käfer holen sich gerne eine Portion Blütenstaub. Im Bild hier ein Pinselkäfer (Trichius spec.).
Bild: Karin Witschi
Weg, Sieht nicht gerade nach Blumenreichtum aus hier. Doch das täuscht. Unglaublich, was selbst in der härtesten Felsensteppe alles noch zwischen den Steinen zu wachsen vermag.
Bild: Karin Witschi
Hauswurz, Der Hauswurz ist ein Meister der Symetrie. Der Spinnweben-Hauswurz (Sempeervivum arachnoideum) heisst so, weil er im Zentrum seiner Blattrosetten ein Sekret ausscheidet, das zu farblosen Fäden erstarrt und die Rosetten wie in einen Spinnwebenschleier hüllt. Damit reduziert die Pflanze den Wasserverlust. In den sonnigen und warmen Felsensteppen zwischen Jeizinen und Gampel, wo der Spinnweben-Hauswurz überaus häufig wächst, kann er diese Wassersparmassnahme gut brauchen. Er ist überhaupt ein zäher Bursche. Der lateinische Name \"Sempervivum\" heisst wörtlich übersetzt \"immer lebendig\" und das ist nur wenig übertrieben.
Bild: Karin Witschi
Weisser Mauerpfeffer, Klein und unscheinbar: Der Weisse Mauerpfeffer (Sedum album). Aber ein Top-Spezialist für trockene Standorte. Gut geeignet zur Bepflanzung von Trockenmauern und Flachdächern.
Futterpflanze für die Raupe des Apollofalters (Parnassius apollo), der in Jeizinen auch zu sehen ist.
Bild: Karin Witschi
Wolfsflechte, Die Wolfsflechte (Letharia vulpina) wächst an Lärchen und Arven. Mit ihrer leuchtend gelben Farbe fällt sie sofort auf. Der gelbe Farbstoff wirkt als nervengift. Er wurde früher in den nördlichen Teilen Europas zum Vergiften von Wölfen verwendet, wovon die Wolfsflechte ihren Namen bekommen hat.
Zweiblütiges Veilchen, Das Zweiblütige Veilchen (Viola biflora, Gelbes Bergveilchen) ist ein zartes Pflänzchen, das nur an geschützten, feuchten Stellen wachsen kann. Fast scheint es, als würde es sich unter steinvorsprüngen und hinter Wurzelwerk verstecken. Dafür ist aber auch sein Lichtbedürfnis nur gering. Die Blüten zeigen braune Linien als \"Saftmale\", das sind \"Wegweiser\" für die Insekten, die zum Nektar führen.
Bild: Karin Witschi
Alte Wege, Dieser alte, überwachsene Weg entlang einer Wasserleitung bietet landschaftlich und botanisch vielfältige Entdeckungen - und manchmal begleitet uns dabei sogar eine Nachtigall mit ihrem Gesang.
Bild: Karin Witschi
Waldvögelein, Das Langblättrige Waldvögelein (Cephalanthera longifolia) gehört zu den Orchideen. Die stattliche Pflanze wächst gerne in Föhrenwäldern.
Bild: Carol Lüthi
Stiefmütterchen, Das Langspornige Stiefmütterchen (Viola calcarata) ist eine ausgesprochene Falterblume. Es wird von verschiedensten Tag- und Nachtfaltern bestäubt, darunter auch das Taubenschwänzchen.
Bild: Carol Lüthi
Löwenzahn, Der Gebräuchliche Löwenzahn (Taraxacum officinale) wirkt als Heilpflanze verdauungsfördernd und harntreibend. Im Frühling kann man auf seinen Blüten oft Wildbienen beim Sammeln von Pollen beobachten.
Bild: Carol Lüthi
Schlange, Text folgt
Bild: Carol Lüthi
Schlucht, Die Schlucht bei der Hohen Brücke ist imposant mit ihren steilen Felswänden. Mit etwas Glück kann man hier den Mauerläufer beobachten. Der grau-rot-schwarze Vogel hat sich zur Nahrungssuche auf Felswände spezialisiert. Mit seinem langen, gebogenen Schnabel holt er Spinnen und Insekten aus den Ritzen heraus.
Bild: Carol Lüthi
Blutströpfchen, Das Sommer-Blutströpfchen (= Sommer-Teufelsauge, = Sommer-Adonisröschen, = Adonis aestivalis) ist eine sehr selten gewordene Zierde in Getreideäckern und war früher in ganz Mitteleuropa weit verbreitet.
Adonis ist eine Gestalt aus der vorderorientalischen, griechischen und römischen Mythologie, die ursprünglich wohl ein syro-phönizischer Vegetationsgott war. Als sterbender und auferstehender Gott personifiziert er die jährlich im Sommer verdorrende, im Frühling wieder neu sprießende Vegetation.
Sein Name beruht auf dem semitischen Adon (der Herr). In der griechischen Mythologie ist Adonis das Sinnbild oder der Gott der Schönheit und einer der Geliebten der Aphrodite (oder ihrer römischen Entsprechung Venus). Er wird als wunderschöner Jüngling beschrieben. Der eifersüchtige Ares (oder seine römische Entsprechung Mars), soll sich während der Jagd in einen wilden Eber verwandelt und Adonis aus Eifersucht getötet haben. Aphrodite habe der Sage nach sein auf den Boden fallendes Blut in eine wunderschöne Blume, das Adonisröschen, verwandelt.
Es gibt viele Fassungen dieses Mythos\', bei denen aber Adonis immer stirbt, ohne die Liebe der Aphrodite zu erfüllen, und sein Blut Blumen oder einen Fluss im Frühjahr rot färbt.
Die Pflanze ist seit dem 16. Jahrhundert als Zierpflanze in Gärten nachgewiesen. Sie enthält geringe Mengen herzwirksamer Glycoside und ist deshalb schwach giftig.
Bild: Carol Lüthi
Sommerwurz, In der Felsensteppe wachsen mehrere stattliche Sommerwurzarten (Orobanche spec.). Sie sind Vollschmarotzer und für ihre Ernährung ganz auf eine passende Wirtspflanze angewiesen, die sie an den Wurzeln anzapfen. Die winzig kleinen Samen keimen nur, wenn eine passende Wirtspflanze in der Nähe ist. Die Keimung wird von Substanzen ausgelöst, die von den Wurzeln des Wirtes ausgeschieden wird. Ist gerade kein passender Wirt in der Nähe, kann der Samen einige Jahre warten, bis die Gelegenheit günstig ist. Die Sommerwurz beherrscht ganz offensichtlich die Kunst des richtigen Zeitpunkts.
Bild:Carol Lüthi
Exkursion, Text folgt
Bild: Carol Lüthi
Bienenwolf, Der Bienenwolf (Trichodes spec., auch Immenkäfer) gehört zu den Buntkäfern und fällt mit seinen schönen Farben sofort auf. Seine Larven leben jagend in Nestern von Honigbienen und Wildbienen, werden aber wohl kaum schädlich, weil sie dafür zu selten vorkommen.
Bild: Pia Burkhard
Blauer Lattich, Der Blaue Lattich ( = Ausdauernder Lattisch, Lactuca perennis) gehört mit seinen blau bis lilafarbenen Blüten zu den dekorativsten Pflanzen der Felsensteppe. Er ist nah verwandt mit dem Garten-Lattich. Seine Blätter können als Salat gegessen werden, was aber meiner Meinung nach fast schade ist, weil die Pflanze - immer noch meiner Meinung nach - das Auge mehr erfreut als den Gaumen.
Bild: Carol Lüthi
Buchsblättrige Kreuzblume, Die Buchsblättrige Kreuzblume (Polygala chamaebuxus) verströmt ein feines Pfirsicharoma.
Bild: Martin Koradi
Schlüsselblume, Die Frühlings-Schlüsselblume (Primula veris) ist eine altbewährte Heilpflanze, die bei Husten den Auswurf löst. Weil sie geschützt ist, wird sie heute angebaut. Im 16. Jahrhundert schrieb man ihr generell grosse Heilkraft zu. So heisst es bei Hieronymus Bock (1498-1554): \"Das gebrant Wasser davon gibt man den schwachen, ohnmechtigen Menschen, so gar kein Krafft haben, und durch lange Siechtage verfallen seindt, dessgleichen denen so der Schlag gerührt hat.\" Auch als Schönheitsmittel wurden die Blüten angepriesen: \"Die stoltzen Weiber lassen die ausgerupfften blümlein destillieren, zuvor mit Wein besprenget. Mit solchem Wasser waschen sie ihre Angesichter, der Hoffnung es sollen alle Flecken dardurch ausgetilget und vertriben werden.\"
Immerhin wohl keine allzu teure Behandlung!
Bild: Martin Koradi
Natterkopf, Der Gemeine Natterkopf (Echium vulgare) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Darum ist es ihm an den warmen Hängen zwischen Jeizinen und Leuk wohl. Mit bis über zwei Meter tiefen Wurzeln kann er Wasser aus dem Boden holen, wenn an der Oberfläche alles trocken ist. Der Natterkopf ist eine Bienen- und Hummelblume. Mindestens 37 Wildbienenarten nutzen den blauen Blütenstaub als Nahrung für ihre Brut. Wie viele andere Pflanzen auch, besticht der natterkopf durch eine gut abgestimmte Farbkombination. Die Knospen sind rot, die voll entwickelte Blüte später blau. Beide Farben gehen aber auf denselben farbstoff zurück, ein Anthocyan. Der Farbumschlag geschieht nach einem Wechsel im Säuregehalt des Zellsaftes. Ein einfacher Versuch bestätigt das: legt man eine blaue Natternkopfblüte auf einen Ameisenhaufen, färbt sie sich an den Bissstellen durch eindringende Ameisensäure rot. Ein wenig Zitronensaft bewirkt das selbe.
Bild: Karin Witschi
Sonnenröschen, Das Gemeine Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) gehört zur Familie der Cistrosengewächse, deren Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeergebiet liegt. Dazu passend wächst das Sonnenröschen vorzugsweise an sonnigen Trockenhängen. Auffallend sind die nickenden Blütenknospen. Nur bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen von über 20°C öffnen sich die Blüten - aber nur für jeweils einen Tag. Das Sonnenröschen ist ein guter Pollenspender für mindestens 27 Sand-, Woll-, Pelz-, Furchen- und Mauerbienen, aber auch für Fliegen, vor allem Schwebefliegen, sowie Blatt- und Bockkäfer.
Einige Wildbienen verwenden zudem Blütenblätter oder Laubblätter des Sonnenröschens zum Auspolstern ihrer Brutröhren.
Bild: Martin Koradi
Wacholder, Die Beeren des Wacholders (Juniperus communis) wirken harntreibend und verdauungsfördernd. Sie brauchen drei Jahre, bis sie blau und reif sind. Im zweiten Jahr sind sie grün.
Bild: Pia Burkhard
Alpenglöckchen, Das Grosse Alpenglöckchen (Soldanella alpina) findet man zu tausenden auf dem Mutta, direkt nachdem der Schnee geschmolzen ist. Die runden Blätter der Pflanze erinnern an eine Münze (ital. soldo), was der Pflanze den Namen \"Soldanelle\" beschert hat.
Bild: Pia Burkhard
Kleiner Fuchs, Der Kleine Fuchs (Aglais urtica) lebt als Raupe auf der Grossen Brennessel (urtica dioica). Da er als Schmetterling überwintert, fliegt er schon im zeitigen Frühling.
Bild: Pia Burkhard
Leberblümchen, Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) verdankt seinen Namen den dreilappigen Blättern, deren Form Ähnlichkeiten mit der menschlichen Leber zeigt. Im Sinne der Signaturenlehre, die von Farben und Formen der Pflanzen auf ihre Heilwirkungen schloss, traute man dem Leberblümchen heilende Wirkungen gegen Leberleiden zu. Diese Theorie beruht allerdings auf Täuschung, sie ist aber historisch sehr interessant. Die Blüten des leberblümchens sind tagsüber weit geöffnet und dem Licht zugewandt. Abends schliessen sie sich und gehen in eine Schlafstellung über. Sie belohnen ihre Besucher statt mit Nektar mit reichlich Pollen. Die einzelne Blüte hat nur etwas eine Woche lang \"Dienst\". Die Blätter erscheinen erst nach der Blüte, überdauern Sommer und herbst und widerstehen oft sogar dem Winter. In Jeizinen wachsen viele ganz weisse Leberblümchen, was ein eher seltenes Phänomen ist.
Bild: Martin Koradi
Mauerfuchs, Der Mauerfuchs (Lasiommata megera) fliegt gern in warmen, trockenen Lebensräumen. Er setz sich gerne auf sonnigen Mauern oder Steinen zu Ruhe, je nach Temperatur, Einstrahlung und Wind mit geschlossenen, halboffenen oder ganz geöffneten Flügeln. Er fliegt nur langsam, flatternd, manchmal segelnd, und nur über kurze Strecken.
Bild: Margrit Kölliker
Mohn, Die leuchtend roten Mohnblüten sind nicht nur für uns Menschen sehr attraktiv. Die Bienen schätzen den Blütenstaub der Mohnpflanze ausserordentlich. Bienen sind allerdings rotblind, weshalb es auf den eersten Blick eigenartig ist, dass sie auf die Blüten so gut reagieren. Das kommt daher, weil die Mohnblüte auch Licht im ultravioletten Bereich abstrahlt. Diese Wellenlänge ist für unser Auge unsichtbar, während die Bienen sie gut wahrnehmen. Bienen und Menschen sehen die Welt sehr verschieden.
Bild: Karin Witschi
Pyrenäen-Hahnenfuss, Der Pyrenäen-Hahnenfuss (Ranunculus pyrenaeus) gehört zu den ersten Boten des Alpenfrühling. Er ziert schon bald nach der Schneeschmelze mit seinen leuchtend weissen Blüten Weiden und Matten. In Jeizinen finden wir ihn oberhalb des Dorfes zusammen mit den Berg-Küchenschellen.
Bild: Karin Witschi
Raubwanze, Raubwanzen aus der Gattung Rhinocoris kann man an den Hängen zwischen Jeizinen, Gampel und Leuk nicht selten beobachten. Sie sind gerne dort, wo die Natur vielfältig und das Klima warm ist. Raubwanzen lauern auf Blüten oder am Boden auf Insekten und saugen sie mit ihrem Stechrüssel aus. Das gehört auch zur Natur. Die Natur kennt keine Ehrfurcht vor dem Leben (Albert Schweitzer). Uns Mensch lassen die Raubwanzen in Ruhe. Wir gehören ganz offensichtlich nicht auf ihre Speisekarte. Allerdings: Fängt man eine Raubwanze mit der Hand und fühlt sie sich bedroht, wird sie in Notwehr schmerzhaft zustechen. Also Hände weg. Anschauen kann man das hübsch gefärbte Tier gefahrlos auch aus der Nähe.
Bild: Margrit Köliker
Rosenkäfer, \"Rosenkäfer auf wilder Möhre\"
Der Rosenkäfer (Cetonia aurata) hält als nahezu einziger Käfer seine metallisch glänzenden Deckflügel während des Fluges geschlossen. Er fliegt nur mit den häutigen Hinterflügeln, die er seitlich unter den Deckflügeln hervorstreckt. Rosenkäfer starten blitzschnell, ihr Flug ist laut brummend und macht einen torkelnden Eindruck. Wenn das Tier dann auch noch mit beispielloser Plumpheit auf einer Blüte landet, zweifelt man ernsthaft an seinen Flugkünsten. Das täuscht aber: Rosenkäfer gehören zu den schnellsten und gewandtesten Fliegern unter den Käfern.
Die Larven des Rosenkäfers findet man oft im Kompost, wo sie mithelfen, das tote Pflanzenmaterial in Kompost zu verwandeln. Leider werden sie dabei häufig mit den Engerlingen des Maikäfers verwechselt und getötet, weil Maikäfer-Engerlinge bekanntlich Wurzeln lebender Pflanzen fressen.
Wie unterscheident man nun die beiden Larven, wenn man die nützlichen Rosenkäfer-Engerlinge schonen will?
Man legt die Engerlinge auf eine ebene Unterlage, beispielsweise auf eine Steinplatte, und wartet bis sie sich bewegen. Der Maikäfer-Engerling wird gekrümmt in der Seitenlage bleiben und versuchen, auf diese Art wegzukommen. Der Rosenkäfer-Engerling streckt sich ebenfalls, kriecht jedoch auf dem Rücken davon und hält dabei seine unscheinbaren Stummelbeinchen in die Höhe. Zudem sind Maikäfer-Engerlinge von vorne bis hinten etwa gleich dick, während beim Rosenkäfer-Engerling der Vorderkörper deutlich schlanker ist als der Hinterteil.
Die meisten Verwandten unseres Rosenkäfers leben in den Tropen.
Bild: Margrit Kölliker
Hauhechel, Der Rundblättrige Hauhechel (Ononis rotundifolia) hat seine grösste Verbreitung im Mittelmeergebiet. An den warm-trockenen Hängen zwischen Jeizinen und Leuk fühlt er sich offenbar wohl und kommt nicht selten vor. Auf der Alpennordseite findet man ihn nur in wenigen Regionen, zum Beispiel im Rheintal. Das dekorative Gewächs ist eine wichtige Leitpflanze. Nach ihr werden die Hauhechel-Föhrenwälder bezeichnet.
Bild: Martin Koradi
Schwalbenschwanz, An den Hängen zwischen Jeizinen, Gampel und Leuk fliegen ausserordentlich viele Schmetterlinge. Hier abgebildet ein Schwalbenschwanz auf Rotem Seifenkraut (Saponaria ocymoides), einer Pflanze, die mit ihrem tiefen Kelch eine perfekte Nektar-\"Tankstelle\" ist für die Schmetterlinge mit ihrem langen Rüssel.
Bild: Pia Burkhard
Stengelloses Leimkraut, Das Stengellose Leimkraut (Silene acaulis) bildet dichte, flache Polster, die innen mit der Zeit absterben und sich selber Humus bilden. Als Gast ist auf dem Bild ein \"Widderchen\" zu sehen (Mundart \"Bluetströpfli), ein Nachtfalter, der am Tag fliegt. Das machen die Widderchen immer so. Es handelt sich also nicht etwa um ein Exemplar mit gestörtem Tag/Nacht-Rhythmus....
Bild: Karin Witschi
Wiesen-Salbei, Die Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) - im Mittelland selten geworden - ist in Trin und Umgebung verhältnismässig noch häufig anzutreffen. Die Blüte dient vielen Hummelarten als Nahrungsquelle und ist Pollenspender für 24 Sand-, Blattschneider-, Mauer-, Furchen- und Holzbienen. Im Gegensatz zum Garten-Salbei (Salvia officinalis) wird die Wiesen-Salbei nicht zu Heilzwecken verwendet.
Bild: Karin Witschi
Streifenwanze, Die Streifenwanze (Graphosoma) lebt gern auf Doldenblütlern, saugt dort Pflanzensaft und beeindruckt durch ihre schöne Zeichnung. Diese richtet sich als Signal wohl vor allem an Fressfeinde aus der Vogelwelt. Die Farbkombination \"Schwarz-Rot\" bedeutet dabei wahrscheinlich so etwas wie: \"Pass auf ich bin ungeniessbar bzw. giftig\". Am \"Signalsystem Schwarz-Rot\" sind verschiedenste Insekten beteiligt (z. B. Marienkäfer, Widderchen). Eine \"Warntrachtgemeinschaft\" also. Alle daran beteiligten Tierarten profitieren davon, wenn Vögel lernen, dass schwarz-rote Insekten ungeeignet als Nahrung sind. Und der Preis für diesen Lernprozess - dass nämlich jeder Vogel zuerst schlechte Erfahrungen beim Fressen von schwarz-roten Insekten machen muss, verteilt sich so auf mehrere Arten. Dadurch werden Verluste verringert.
Dieses Phänomen heisst in der Biologie \"Müllersche Mimikry\".
Bild: Margrit Kölliker
Scheckenfalter, Der Gemeine Scheckenfalter (Melitaea cinxia) lebt gerne an warmen, blumenreichen Hängen.
Bild: Karin Witschi
Startseite
Phytotherapie / Heilpflanzenkunde
Naturseminare
Naturheilkunde & Philosophie
Kurskalender
Publikationen
Bildergalerie/E-Card
Presse-Echo
Heilpflanzen-Infoportal
Kursprogramm bestellen
Martin Koradi
Links
Seminar Phytotherapie
Das Seminar
Kursinhalt
Termine & Themen
Abschluss
Kosten & Anmeldung
Einführungskurs
Exkursionen Heil- und Alpenpflanzen
Anmeldeformalität
Broschüre anschauen: Ätherische Öle
in der Pflege/Lavendelöl
Publikation anschauen: «Phänomen Frau»
im Wandel der Zeit
Bestellformular
Aktuell
Sitemap
Heilpflanzen-Seminar
Feldis
Heilpflanzen A-Z
Lenk
Flims/Trin
Mürren
Jeizinen
Vals
A
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Phytotherapie im Bereich Verdauung / Leber /Galle
Phytotherapie im Bereich Atemwege / Erkältungskrankheiten / Immunstimulation
Phytotherapie im Bereich Herz/Kreislauf
Phytotherapie im Bereich Niere / Blase / Prostata
Phytotherapie im Bereich Rheuma
Phytotherapie im Bereich Psyche & Nervensystem
Phytotherapie im Bereich Hauterkrankungen und Wundbehandlung
Phytotherapie im Bereich Gynäkologie
Phytotherapie im Bereich Palliativ - Care / Palliativ Medizin
Heilpflanzen & Naturschutz / Ökologie / Biologischer Anbau / Fairer Handel
Naturheilmittel Online-Shops von Drogerien/Apotheken
Heilpflanzen-News – für Sie ausgewählt
Fachbücher zum Thema Heilpflanzen / Phytotherapie / Gesundheit
Lebenslauf S.1
Lebenslauf S.2
Lebenslauf S.3
Details über die Kurse
Seite 5: Wissen & Erkennen
Heilpflanzenkunde - kompakt, präzis, klar
Erkältungskrankheiten u grippale Infekte Prophylaxe u Therapie mit Heilpflanzen
Seite 4 : Erfahrung & Erfahrungsheilkunde
Heilpflanzen-Seminar Ein Lehrgang über 6 Wochenenden
Amnesty International
Heilpflanzen und Alpenblumen entdecken an der Lenk im Simmental
Pressmeldungen Seminar für Integrative Phytotherapie auf news4press.ch
Heilpflanzen und Wildblumen entdecken
Tagesseminar Haut und Wunden
Zitate Naturheilkunde & Philosophie: Gesundheit & Krankheit
Seite 2: Natur
Seite 3: Wissen & Erkennen
Heilpflanzen und Alpenblumen entdecken in Flims
Heilpflanzen und Alpenblumen entdecken im Valsertal
Heilpflanzen und Alpenblumen entdecken in Mürren
Naturheilkunde und Nationalsozialismus - eine fast unbekannte, unheilsame Verbindung
Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit
Natur entdecken - Wochenende in Jeizinen (Wallis)
Heilpflanzen-Exkursion in Quinten, Mittwoch 7. Mai 2008
Heilpflanzen-Exkursion im Schaffhauser Randen, 28. Mai 2008
Heilpflanzen-Exkursion am Fusse der Mythen, 18. Juni 2008
Heilpflanzen-Exkursion in die Moorlandschaft oberhalb Sörenberg, 18. Juli 2008
Seite 6: Natur
Publikation anschauen: Phänomen Haut