Schwefel-Anemone, Die Schwefel-Anemone (Pulsatilla alpina ssp. apiifolia) heisst auch Gelbe Küchenschelle. Der Name Küchenschelle hat offenbar nichts mit der Küche zu tun, sondern leitet sich von der Kuh ab.
Bild: Martin Koradi
Paradieslilie, Die Paradieslilie (Paradisea liliastrum, Weisse Trichterlilie) verströmt vor allem nachts ihren schweren Wohlgeruch und wird von Nachtfaltern bestäubt. Die weit aus der Blüte herausragenden Staubblätter und Griffel dienen den bestäubenden Nachtfaltern als Anflugstangen.
In Vals finden wir die Paradieslilie zum Beispiel in guten Beständen im Peiltal.
Bild: Martin Koradi
Paradieslilie, Die Paradieslilie (Paradisia liliastrum, Weisse Trichterlilie) ist eine Kostbarkeit. Der lateinische Name Paradisia geht auf den Grafen Giovanni Paradisi zurück (1760 - 1826) einem Gönner des italienischen Botanikers Mazzucato, der die hübsche Pflanze nach ihm benannt hat (heute würde man statt von "Gönner" wohl eher von "Sponsor" reden, entsprechen hiesse dann die Paradieslilie zum Beispiel UBS-Lilie...eine gewöhnungsbedürftige Vorstellung).
Bild: Martin Koradi
Bayrischer Enzian, Ein Bayrischer Enzian (Gentiana bavarica) in den Schweizer Bergen? - Fast schon so etwas wie eine kleine Provokation! Aber es hat schon seine Richtigkeit. Die wunderschöne Pflanze mit den tiefblauen Blüten kommt im ganzen Alpenraum vor, sie wird aber oft nicht vom ähnlichen Frühlingsenzian (Gentiana verna) unterschieden und daher oft nicht erkannt. Bayrischer Enzian wächst verglichen mit dem Frühlingsenzian an feuchteren Stellen.
Bild: Martin Koradi
Wildbach, Ungebändigter Wildbach oberhalb Leis Richtung Zervreila.
Bild: Martin Koradi
Zervreilahorn, Das Zervreilahorn (2898 m), ein Wahrzeichen von Vals.
Bild: Martin Koradi
Bärentraube, Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) wirkt bakterienhemmend bei akuten Blasenentzündungen.
Auf der Alpennordseite kommt sie eher selten und lokal begrenzt vor. Für die Pflanzenheilkunde ist die Bärentraube die wichtigste Teepflanze bei Blasenentzündung.
Heilpflanzen-Foto: Silvia Hofmann
Kochscher Enzian, Der Koch\'sche Enzian (Gentiana acaulis) wächst auf kalkarmen Böden. Gut sichtbar sind die \"Leitbahnen\" im Blütentrichter, die den Insekten den Weg zum Nektar zeigen.
Bild: Martin Koradi
Sonnentau, Der Sonnentau (Drosera rotundifolia) ist ein Spezialist auf Moorböden. Die Pflanze fängt mit ihren Blättern Insekten und sichert sich auf den nährstoffarmen Moorböden eine Stickstoffzufuhr. Sonnentau wirkt hustenreizstillend und krampflösend auf die Bronchien.
In der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie wird Sonnentau vor allem eingesetzt in Form von Tinktur oder Sirup.
Verwendet werden sollten nur Präparate, bei denen die Herkunft des Sonnentaus naturschutzmässig unbedenklich ist.
Lassen Sie sich diese Schönheit auf meiner Exkursion im Valsertal zeigen.
Heilpflanzen-Foto: Martin Koradi
Edelweiss, Das Edelweiss (Leontopodium alpinum) kommt - entgegen der Legende - nicht nur in der steilen Felswand vor, sondern durchaus auch in flachen Graspartien.
Bild: Drogerie Spisertor
Peiltal, Chappelihus mit der hübschen kleinen Kapelle etwas unterhalb des \"Teufelssteins\".
Bild: Drogerie Spisertor
Peiltal, Peiltal Richtung Valserbergpass (2500m ü.M.)
Über diesen Pass transportierten die Valser früher im Winter mit Hilfe von grossen Schlitten die lebenswichtigen Güter von Hinterrhein nach Vals.
Die Verbindung ins Lugnez Richtung Ilanz wurde erst ab 1877 mit dem Bau einer Kunststrasse wichtiger.
Bild: Drogerie Spisertor
Sonnentau, Der Sonnentau (Drosera rotundifolia) gehört zu den insektenfressenden Pflanzen. Er ist winzig und wird daher oft übersehen. Aus der Nähe betrachtet oder mit Hilfe von Lupe oder Binocular-Mikroskop zeigt er seine apart-glitzernde Schönheit. Sonnentau wirkt gegen Husten vor allem krampflösend und reizlindernd. Da die Pflanze sehr selten ist, soll sie nicht gesammelt werden.
Vom Aussehen und von seiner speziellen Lebensweise her ist der Sonnentau für die Pflanzenheilkunde faszinierend.
Heilpflanzen-Foto: Drogerie Spisertor
Hallers Teufelskralle, Hallers Teufelskralle (Phyteuma ovatum, Hallers Rapunzel) ist ganz aussergewöhnlich durch ihre dunkelviolett bis schwarze Blütenfarbe. Ihre Köpfchen erinnern fast ein bisschen an Brombeeren. Für Blüten ist eine solche Färbung sehr speziell. Hallers Teufelskralle kommt im Peiltal und rund um Leis zum Teil so dicht vor, dass sie den Wiesen faszinierende Prägung gibt.
Bild: Drogerie Spisertor
Kugelorchis, Die Kugelorchis (Traunsteinera globosa) ist auf den Bergwiesen des Valsertales recht häufig anzutreffen. Die kleinen Einzelblüten sind fein rot gepunktet, was man allerdings erst bei einer Betrachtung aus der Nähe wahrnimmt. Kugelorchis ist eine der wenigen alpinen Orchideenarten.
Bild: Margrit Kölliker
Wiesenraute, Die Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium) hat eine eigenartige Blüte. Sie macht die ganze \"Show-Wirkung\" mit den lila bis rosa gefärbten Staubfäden und entwickelt keine Blütenblätter. Die schöne Pflanze kommt vor allem in den Alpen und im Jura vor, wird aber seit 1731 auch in mehreren Sorten als Zierpflanze kultiviert.
Bild: Drogerie Spisertor
Alpen-Leinkraut, Das Alpen-Leinkraut (Linaria alpina) besticht durch seine aparte Farbkombination von blauviolett und orange. Die Pflanze gleicht von der Blütenform her dem bekannten Löwenmaul (Antirrhinum majus), mit dem es nahe verwandt ist. In Niederösterreich heisst sie darum auch Löwengöscherl. Alpen-Leinkraut wächst auf Felsschutt. Seine Blüte ist perfekt gebaut für die Bestäubung durch Erdhummeln. Deren Rüssel ist genau so lang wie der Sporn, in dem der Nektar aufbewahrt wird, und der Hohlraum der Blumenkrone ist präzis weit genug, um den Hummelkopf durchzulassen. Zudem braucht es Kraft, um das \"Löwenmäulchen\" durch herabdrücken der unterlippe zu öffen. Bienen und noch kleinere Insekten kommen da rasch an ihre Grenzen.
Bild: Drogerie Spisertor
Alpen-Rispengras, Das Alpen-Rispengras (Poa alpina) gehört zu den wertvollsten Futterpflanzen der Alpen. Die Pflanze ist \"lebendgebärend\". Die grünen Fortsätze an der Pflanze sind bereits Jungpflanzen, die zum passenden Zeitpunkt abfallen und sich sogleich verwurzeln können. Das Alpen-Rispengras gewinnt dadurch Zeit in der kurzen Vegetationsperiode im Alpenraum.
Bild: Drogerie Spisertor
Bach-Nelkenwurz, Die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) wächst an Bächen und auf feuchten Wiesen. Mit ihr liesse sich testen, ob man sich im Kanton Appenzell-Ausserrhoden oder Appenzell-Innerrhoden befindet. Fragt man die Leute nach dem Namen der Pflanze und antworten sie \"Kapuzinerli\" (nach der Farbe der Kutten der Kapuziner-Mönche) ist man in Innerrhoden. Bekommt man als Antwort \"Kafibeckeli\", so befindet man sich auf Ausserrhoder Gebiet.
Bild: Drogerie Spisertor
Baldrian, Dass Baldrian (Valeriana officinalis) eine \"Schlafpflanze\" ist, das wissen wohl in unseren Breitengraden die meisten Mensch. Aber wie Baldrian aussieht und dass er recht häufig in der Natur zu finden ist, das ist nur einer Minderheit bekannt. Lassen Sie sich den Baldrian und seine Erkennungsmerkmale auf einer Exkursion zeigen.
Bild: Drogerie Spisertor
Blick auf Vals, Wanderweg zwischen Zervreila und Leis. blick auf das Dorf Vals.
Dort - am Ende der Exkursion - warten in der Käserei schon die feinen Stängel-Glaces aus Valserproduktion und ein Bad in der \"Felsentherme\".
Bild: Drogerie Spisertor
Feld-Enzian, Der Feld-Enzian (Gentianella campestris) hat seinen Blüteneingang mit langen Fransen umstellt. Offenbar ein Schutz gegen unerwünschte Nektarräuber. Bestäujbt wird die Blüte denn auch von langrüssligen Hummeln und Schmetterlingen, denen dieser \"Stacheldraht\" nichts anhaben kann.
Wenn unerfahrene Jungrinder die Pflanze fressen, kann es zu schweren Durchfällen kommen. Daher nannte man den Feld-Enzian im Berner Oberland auch \"Chalber-Schiss\" - nicht gerade die freundlichste Bezeichnung für das schöne Pflänzchen.
Bild: Drogerie Spisertor
Brennessel, Die Blätter der Brennessel (Urtica dioica) wirken harntreibend und entzündungswidrig. Brennesselwurzel wird in Form von Extraktpräparaten eingesetzt zur Linderung der Beschwerden bei der gutartigen Prostatavergrösserung älterer Männer.
Bild: Drogerie Spisertor
Pestwurz, Die Uferböschung des Valser Rheins (Glenner) ist unterhalb des Dorfes über weite Strecken voll bewachsen mit der Gewöhnlichen Pestwurz (Petasites hybridus). Die Pflanze stabilisiert mit ihrem Wurzelwerk die Uferpartie. Aus den Blättern dieser Pestwurz gewinnt man ein rezeptpflichtiges Präparat gegen Heuschnupfen. Extrakte aus der Wurzel werden verwendet in Produkten mit krampflösender Wirkung.
Bild: Drogerie Spisertor
Isländisches Moos, Das Isländische Moos (Cetraria islandica) ist kein Moos, sondern eine Flechte (= Symbiose zwischen Pilz und Alge). Es wächst auch nicht nur in Island, sondern durchaus nicht selten in den Alpen über der Waldgrenze - am Boden zwischen Zwergsträuchern. Dort wird es allerdings fast immer übersehen.
Zwischen Zervreila und Leis finden wir die Pflanze regelmässig.
Isländisches Moos ist eine schleimhaltige Hustenpflanze, vor allem gegen trockenen Reizhusten.
Bild: Drogerie Spisertor
Katzenpfötchen, Das Katzenpfötchen (Antennaria dioica) ist eng mit dem Edelweiss verwandt. Es ist zweihäusig - das heisst, es gibt Pflanzen mit männlichen und solche mit weiblichen Blüten. Leicht rosa gefärbt - das dürften Weibchen sein. Die Männchen sind in der regel rein weiss.
Bild: Drogerie Spisertor
Megalithzentrum Peiltal, Der sogenannte \"Teufelstisch\" im Peiltal ist ein Megalithzentrum, ein \"Schalenstein\".
Vermutet wird, dass eine prähistorische Kultur diese Steine mittels schalenartigen Vertiefungen so bearbeitet hat, dass sie zur Bestimmung des Kalenders dienen konnten
(Literatur: Ulrich und Greti Büchi, Die Megalithe der Surselva, Desertina Verlag, ISBN 3 85637 088 9)
Ob sich die Kühe speziell für diesen Stein interessieren, ist bisher nicht geklärt.....
Bild: Drogerie Spisertor
Wurzel, Die Wurzel der Meisterwurz (Peucedanum ostruthium) ist sehr würzig-aromatisch. Sie wurde früher oft verwendet gegen Verdauungsstörungen beim Vieh. Sie hilft aber auch den Menschen und war eine der Lieblingspflanzen des Paracelsus (1493-1541).
Bild: Drogerie Spisertor
Menhir Peiltal, Zieht man Linien zwischen den Vertiefungen im Schalenstein und verlängert sie bis zum Horizont, so kommt man an markante Punkte, an denen z.B. am Datum der Sommersonnenwende die Sonne aufgeht. Aus diesem Phänomen wurde dann geschlossen, dass es sich hier um ein prähistorisches Kalendersystem handeln könnte, zum Beispiel zur Bestimmung von Ernte und Saattagen.
Bild: Drogerie Spisertor
Landschaft, Blick zurück vom Eingang ins Peiltal Richtung Leis.
Bild: Drogerie Spisertor
Punktierter Enzian, Der Punktierte Enzian (Gentiana punctata) ist unverkennbar durch seine schwarz gepunkteten Blüten. Am Wanderweg von Zervreila nach Leis kommt er nur an einer bestimmten Stelle vor. Als Bestäuber wurden 5 Hummelarten, 3 Schmetterlinge, 2 Fleigenarten und zwei Käfer beobachtet. Bei schlechtem Wetter schliessen sich die gelben Kronblätter so perfekt, dass die Staubbeutel im Inneren trotz der aufrechten Stellung der Blüten selbst bei stärkstem Regen völlig trocken bleiben.
Bild: Drogerie Spisertor
Rundblättriger Steinbrech, Der Rundblättrige Steinbrech (Saxifraga rotundifolia) fasziniert durch zahlreiche feine Pünktchen auf den Blütenblättern, die wie mit einem zarten Pinsel aufgemalt erscheinen - im oberen Teil des Blütenblattes sind sie rot, im unteren gelb. Es hanbdelt sich um sogenannte Honigmale, also \"Wegweiser\" für die bestäubenden Insekten (meist kleine Fliegen).
Das alles sieht man nur, wenn man davon weiss und deshalb genau hinschaut. Lernen Sie solche kleinen Wunder am Wegrand auf unseren Exkursionen kennen.
Bild: Drogerie Spisertor
Silbermänteli, Der Silbermantel (Alchemilla alpina) wurde vom Kräuterpfarrer Johann Künzle (1857 - 1945) als vornehme, hochadelige Schwester des Frauenmantels beschrieben. Dem entsprechend lobte er die Pflanze in den höchsten Tönen:
\"Silbermantelkraut stärkt Muskeln und Herz und treibt verhocktes Wasser fort. Leute, die zu Fettsucht neigen, verlieren ohne Schaden ihr Übergewicht bei täglichem Genuss von 1 - 2 Tassen Silbermanteltee, besonders wenn demselben noch Melisse und Minze beigemischt wird.\"
Das tönt nun allerdings fast zu schön, um wahr zu sein. Auch Pfarrherren können sich bekanntlich täuschen. Was halten Sie von den Empfehlungen unseres Heilkräuterpioniers? Von den beschriebenen Wirkungen konnte bis heute keine einzige bestätigt werden. Die jahrtausendealte Tradition der Kräuterheilkunde hält viele spannende Entdeckungen für uns bereit. Bedenklich ist nur, dass viel zu viele Leute ungeprüft glauben, was irgendwelche heilkundlichen Autoritäten von sich geben. Anstelle dieser \"Faulheit des kritiklosen Für-wahr-Haltens\" (Ludwig Marcuse) wäre eine offene, sorgfältige, aber auch kritische Prüfung solcher Aussagen nötig. Wer im Bereich \"Heilpflanzekunde/Phytotherapie\" lernen will, sich eine fundierte, eigenständige Meinung zu bilden, bekommt dazu im \"Seminar für Integrative Phytotherapie\" zahlreiche Anregungen.
Bild: Drogerie Spisertor
Vals Dorfansicht, Blick auf das Dorf Vals aus Richtung Leis.
Bild: Drogerie Spisertor
Landschaft, Der Wanderweg von Zerfreila nach Leis ist botanisch und landschaftlich sehr abwechslungreich. In dieser Region wachsen auch interessante Heilpflanzen, zum Beispiel Sonnentau (Drosera rotundifolia), Bärentraube (Arctostaphylos uva ursi), Isländisches Moos (Cetraria islandica) und viel Arnika (Arnica montana). Lassen Sie sich diese \"Spezialitäten\" an einem Kurs im Valsertal von mir zeigen.
Bild: Drogerie Spisertor
Peiltal, Eingang ins wildromantische Peiltal. Hier wachsen ausserordentlich blumenreiche Wiesen, wie man sie heute nicht mehr oft findet. Eine Augenweide.
Bild: Drogerie Spisertor
Landschaft, Zervreila-Stausee mit Zervreilahorn.
Bild: Drogerie Spisertor
Lernen , Lernen und entdecken in der Natur
Bild: Karin Witschi
Alpen-Leinenkraut, Text folgt
Bild: Karin Witschi
Blumenwiese Vals, Blumenwiese in Vals
Bild: Karin Witschi
Blumenwiese, bunte Blumenwiese in Vals
Bild: Karin Witschi
Feld-Thymian, Feld-Thymian (Thymus-serphyllum) Text folgt.
Bild: Karin Witschi
grosser Bibernell, Text folgt
Bild: Karin Witschi
Teufelskralle, Hallers Teufelskralle (phyteuma-ovatum), Text folgt
Bild: Karin Witschi
Menhir, Menhir-Schalenstein im Peiltal
Bild: Karin Witschi
Mohrenfalter, Mohrenfalter Schmetterling
Bild: Karin Witschi
Paradieslilie, Paradieslilie, weisse Trichterlilie, (paradisea liliastrum)
Bild: Karin Witschi
Paradieslilie, Paradieslilie, weisse Trichterlilie (Paradisea liliastrum)
Bild: Karin Witschi
Peiltal Vals, Peiltal Vals
Bild: Karin Witschi
Steinbrech, rundblaettriger Steinbrech (saxifraga-rotundifolia)
Bild: Karin Witschi
Schalenstein , Schalenstein-Peiltal, Menhire
Bild: Karin Witschi
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