Bilsenkraut, Das Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) gehört zu den Nachtschattengewächsen. Es enthält Alkaloide mit krampflösender und beruhigender Wirkung. Die Blätter wurden früher in der Pflanzenheilkunde bei Asthma geraucht (Das Alkaloid Hyoscyamin wirkt bronchienerweiternd). Die Pflanze war aber als halluzinogenes Mittel auch Bestandteil von Hexenflugsalben und wurde bis ins 19. Jahrhundert dem Bier beigesetzt.
Bilsenkraut wächst gerne auf Schutthaufen, ist in Mitteleuropa aber sehr selten anzutreffen. Wegen seiner Giftigkeit darf es nicht mehr zu Heilzwecken eingesetzt werden.
Heilpflanzen-Foto: Martin Koradi
Brennessel, Die Brennessel (Urtica dioica) entfaltet als Heilpflanze in den Blättern harntreibende und entzündungswidrige Eigenschaften. Die Wurzeln lindern Beschwerden der gutartigen Prostatavergrösserung bei älteren Männern.
In der traditionellen Pflanzenheilkunde hat die Brennessel einen Ruf als Entschlackerin und Entgifterin. Das ist ziemlich fragwürdig und wird vollkommen nebulös, sobald man genau nachfragt, um welche Art von Schlacken oder Giftstoffen es sich handeln soll. Manchmal ist es in der Pflanzenheilkunde einfach nötig, überholte Vorstellungen über Bord zu werfen.
Heilpflanzen-Foto: Pia Burkhard
Borretsch, Borretsch (Borago officinalis) gehört zu den Rauhblattgewächsen wie z. B. der Beinwell und das Lungenkraut.
Das fette Öl aus den Borretschsamen enthält Gamma-Linolensäure, die auch als Hauptwirkstoff aus dem Nachtkerzenöl bekannt ist.
Borretschöl und Nachtkerzenöl können daher in der Pflanzenheilkunde für die selben Bereiche angewendet werden.
gesichert ist vor allem eine juckreizstillende und entzündungswidrige Wirkung bei Atopischer Dermatitis (Neurodermitis). Eine gute Bezugsquelle für Nachtkerzen- und Borretschöl offen oder in Kapselform ist Phytomed in Hasle (siehe Linkseite, Direktversand nur an Apotheken und Drogerien, TherapeutInnen, Pflegende).
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Berg-Thymian, Reich an ätherischem Oel, hilft der Berg-Thymian (Thymus serpyllum) als bewährte Heilpflanze gegen produktiven Husten.
Heilpflanzen-Foto: Martin Koradi
Baldrian, Vom Gebräuchlichen Baldrian (Valeriana officinalis, Arznei-Baldrian) verwendet man als Einschlafhilfe die Wurzel, meist in Form von Tinkturen oder Extrakten.
Es gibt dabei grosse Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Produkten. Im Phytotherapie-Lehrgang oder im Heilpflanzen-Seminar in Winterthur können Sie lernen, wie man solche Naturheilmittel beurteilt und sich damit eine eigene, fundierte Meinung bilden.
Für Phytotherapie & Pflanzenheilkunde ist Baldrian die wichtigste Schlafpflanze.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Baldrian, Der Gebräuchliche Baldrian (Valeriana officinalis, Arznei-Baldrian) wird oft als Einschlafhilfe verwendet und ist für diesen Zweck sehr bekannt. Wie die Pflanze aber aussieht und wo sie wächst, das wissen eigentlich nur wenige Leute. An Bächen und feuchten Stellen kommt Baldrian jedoch recht oft vor. Wenn Sie ihn kennen lernen wollen: Auf fast allen unseren Exkursionen im Berggebiet ist er anzutreffen. Allerdings muss man genau hinsehen: Es gibt neben dem Arznei-Baldrian noch einige andere Baldrianarten, die nicht als Heilpflanzen verwendet werden.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Beinwell (Wallwurz), Beinwell (Symphytum officinale) gehört zu den Borretschgewächsen. Als Gel, Salbe oder Tinktur hilft die bekannte Heilpflanze gegen Verstauchungen, Knochenhautentzündungen, Sehnenscheidenentzündungen und ähnlichen Erkrankungen.
Die Verwendung von Beinwell stützt sich auf die Erfahrungen traditioneller Pflanzenheilkunde und auf wissenschaftliche Forschungen im Bereich der Phytotherapie.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Bibernell, Die Grosse Bibernelle (Pimpinella major) treffen wir auf Exkursionen im Berggebiet ziemlich oft an. Weil es einige ähnliche Doldenblütler gibt, muss man die Merkmale gut kennen, an denen sie zu unterscheiden sind. Die Bibernellwurzel gilt in der traditionellen Pflanzenheilkunde als Wurzel der Redner und Sänger (-innen). Sie wird gemischt mit Honig empfohlen gegen Heiserkeit, vor allem wenn eine Erkältung daran beteiligt ist.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Buchweizen, Der Echte Buchweizen (Fagopyrum esculentum) stammt ursprünglich aus Zentral- und Nordasien. Buchweizenkörner waren bis zum Aufkommen der Kartoffeln eine wichtige Nahrungspflanze in Ergänzung zum Getreide. Heutzutage braucht man sie nur noch für (Bündner-)Spezialitäten. Das Buchweizenkraut (nicht die Körner) wirkt als Tee gegen venöse Stauungen. Zudem spricht einiges dafür, dass Buchweizenkrauttee die Heilungstendenz von venösen Unterschenkelgeschwüren verbessern könnte. Das lässt sich von der Wirkungsweise her begründen und es sprechen auch Erfahrungen aus Spitex und Pflegeheimen für eine solche Wirkung. Der traditionellen Pflanzenheilkunde waren diese Wirkungen unbekannt. Wir verdanken diese Kenntnisse den Forschungen der wissenschaftlichen Phytotherapie.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Buchweizen, Als venenwirksamen Inhaltsstoff im Echten Buchweizen (Fagopyrum esculentum) gilt in der Phytotherapie das Flavonoid Rutin.
Heilpflanzen-Foto: Annemarie H.
Berg-Thymian, Der Berg-Thymian (Thymus serphyllum) wird gerne als Heilpflanze gesammelt und in Hustentee-Mischungen eingesetzt.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Blutwurz, Blutwurz (Potentilla erecta, Tormentill) ist eine gerbstoffreiche Heilpflanze. In der Pflanzenheilkunde verwendet man sie gegen Durchfall, aber auch in Form von Wurzelpulver lokal als Blutstiller. Die verdünnte Tinktur bewährt sich zum Spülen bei Entzündungen im Mundraum. Für kleinere Schleimhautdefekte im Mundraum wie zum Beispiel Aphthen kann man die Tinktu direkt mit Hilfe eines Wattestäbchens auftragen. Am stärksten wirkt dabei die unverdünnte Tinktur. Wegen dem Alkoholgehalt brennt das aber in der Regel. Wer\'s lieber milder hat, kann einen Teil Tinktur mit 1 - 2 Teilen Wasser verdünnen.
Wurzelpulver und Tinktur aus Blutwurz sind erhältlich in Apotheken und Drogerien.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
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