Mönchspfeffer, Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist die bestuntersuchte Heilpflanze in der Gynäkologie. Günstige Wirkungen sind vor allem belegt beim PMS. Mönchspfeffer ist in der Phytotherapie gut etabliert. Die Studienergebnisse mit Patientinnen sind so gut, dass mehrere Mönchspfeffer-Extrakt-Präparate von der Grundversicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.
Heilpflanzen-Foto: Pia Burkhard
Maiglöckchen, Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) gohört zur Familie der Liliengewächse. \"Convallaria\" leitet sich vom lateinischen \"lilium convallium\" ab, der \"Lilie der Täler\". \"Majalis\" bedeutet wörtlich \"des Mai\".
Die Pflanze hatte ihren festen Platz in der christlichen Mariensymbolik. Weil sie ungefähr zur Zeit blüht, in der Maria mitgeteilt worden sein soll, dass ihr ein Sohn geboren würde, galt das \"Meierisli\" als Symbol für die bevorstehende Geburt des Heilandes und taucht in Gemälden auf, welche die \"Verkündigung\" darstellen.
Die weissen, zart duftenden Blüten wurden zudem mit der Reinheit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht, die nach unten hängenden Blüten mit ihrer Demut. Immer wieder interessant, was man doch alles in Pflanzen sehen kann - und was bestimmt mehr mit uns Menschen zu tun hat als mit den Pflanzen selber.
Die Bedeutungskraft dieser Symbolik wurde verstärkt durch den Glauben, bereits das Alte Testament habe das Maiglöckchen hervorgehoben. Im Hohelied Salomons (2.1), dem vielleicht schönsten, sicher aber längsten Liebesgedicht der Weltliteratur, steht geschrieben: \"Ich bin eine Blume auf den Wiesen des Scharon, eine Lilie der Täler\".\" So nahmen die Gelehrten an, dass die \"Lilie der Täler\", auf lateinisch eben \"lilium convallium\", ein Maiglöckchen war. Was ganz sicher nicht stimmt, aber gut zur herrschenden Überzeugung passte.
Im 16. und 17. Jahrhundert war das Maiglöckchen eine bekannte Heilpflanze und ein Markenzeichen der Ärzte, die sich nicht selten mit ihm porträtieren liessen. Die Pflanze einhält tatsächlich herzstärkende Glykoside, ist aber wegen ihrer Giftigkeit nicht zur Selbstbehandlung geeignet.
Bild: Karin Witschi
Mistel, Die Mistel (Viscum album) ist ein Halbschmarotzer. Sie nimmt vom Baum nur Wasser und Mineralsalze, also das, was der Baum mit seinen Wurzeln aus dem Boden holt. Die Mistel enthält aber selber Blattgrün und kann daher aus Kohlendioxid und Wasser mit Hilfe von Sonnenlicht Traubenzucker produzieren. In dieser Hinsicht ist sie von ihrem Wirt unabhängig. Mistel-Extrakte werden begleitend zu Tumorbehandlungen angewendet, müssen dazu aber gespritzt werden. Misteltee ist bei Tumorerkrankungen unwirksam. Untersuchungen zeigen, dass Mistelextrakte Teile des menschlichen Immunsystems aktivieren. Das wird von Beführwortern der Misteltherapie als antitumoraler Effekt gedeutet. Allerdings könnte bei Tumorkranken mit Misteltherapie bisher keine Verlängerung der Überlebensdauer nachgewiesen werden. Gezeigt hat sich abe manchmal eine Verbesserung der Lebensqualität.
In der traditionellen Pflanzenheilkunde gibt es die Vorstellung, dass Mistel als Tee getrunken den Blutdruck senkt. Dafür gibt es bisher allerdings keine plausiblen Belege.
Heilpflanzen-Foto: Annemarie H.
Mahonia (Zierberberitze), Mahonia (Mahonia aquifolium) stammt aus dem pazifischen Nordamerika. Die Pflanze wird oft in Parkanlagen angepflanzt. Salben mit Mahonia-Tinktur wirken günstig bei Psoriasis (Schuppenflechte).
Die traditionelle Pflanzenheilkunde Europas kennt die Mahonia nicht.
Heilpflanzen-Foto: Martin Koradi
Mariendistel, Die Mariendistel (Silybum marianum) stammt aus dem Mittelmeergebiet. Mariendistelfrüchte enthalten den Wirkstoff Silymarin. Dieses Flavonoid besitzt eine Leberschutzwirkung.
Mariendistel ist die mit Abstand wichtigste Leberpflanze im Bereich von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde.
Heilpflanzen-Foto: Pia Burkhard
Mädesüss, Mädesüss (Filipendula ulmaria) wächst gerne an feuchten Stellen, zum Beispiel an Bachrändern. Damit kommt er an ähnlichen Orten vor wie der Baldrian. Die Mädesüss-Blüten enthalten Salicylate. Das sind Stoffe, die mit dem Wirkstoff von Aspirin verwandt sind. Allerdings ist die Dosis in den Mädesüss-Blüten sehr gering (Weidenrinde enthält deutlich mehr Salicylate). Die Pflanzenheilkunde verwendet Mädesüss-Blüten in Grippe-Fieber-Tees, weil sie schweisstreibend sein sollen. Gut gekärt ist die Wirkung der Mädesüss-Blüten allerdings nicht.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Mariendistel, Die Mariendistel (Silybum marianum) hat sehr auffällige Blätter mit weissen Flecken.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Meerrettich, Meerrettich (Armoracia rusticana) wirkt antibakteriell in den Harnwegen bei Blasenentzündung und in den Bronchien bei Bronchitis. Die Pflanzenheilkunde kennt aber auch Auflagen mit Meerrettichwurzeln zum Beispiel bei Stirnhöhlenentzündung. Allerdings muss man mit Meerrettich innerlich wie äusserlich vorsichtig umgehen, weil er starke Reizwirkung auf Haut und Schleimhaut ausübt.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Meerrettich, Meerrettich (Armoracia rusticana) ist eine alte Kulturpflanze. Heimisch im Wolga-Don-Gebiet, ist sie heute in fast ganz Europa und in anderen Erdteilen verwildert und eingebürgert.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
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