Passionsblume, Die Passionsblume (Passiflora incarnata) stammt aus dem tropischen Amerika. Dort wurde sie im 17. Jahrhundert von botanisierenden spanischen Jesuiten entdeckt. Die Missionare sahen in den Blüten die Leidensgeschichte Christi versinnbildlicht. Die drei Griffel des Stempels stehen beispielsweise für die drei Nägel, mit denen Christus ans Kreuz geschlagen wurde, die fünf Staubbeutel für die fünf Wunden des Erlösers etc.
Der lateinische Name der Pflanze nimmt darauf bezug: lat. Passio = Leiden, flos = Blüte, Blume, incarnatus = Fleisch geworden (Christus). Das ist ein gutes Beispiel für die Neigung der Menschen, ihre eigenen Phantasien, Ideen, Wünsche etc. in die Pflanzen hinein zu projizieren und sie danach von dort wieder heraus zu lesen. So hat - was wir in der Natur zu finden glauben, oft nichts mit der Natur, aber sehr viel mit uns selber zu tun. Pflanzen können sich halt nicht wehren gegen unsere Projektionen. Darauf hinzuweisen ist heute wichtig geworden, weil eine tiefsinnig scheinende, aber sehr oberflächlich vorgehende \"Signaturenlehre\" seit einigen Jahren behauptet, von Farben und Formen der Pflanzen auf ihre Wirkungen schliessen zu können. Und dabei nur in den eigenen Projektionen hängen bleibt. Mit der historischen Signaturenlehre, die vor allem in der Renaissance stark war (Paracelsus) hat dieser trendige \"Eso-Abklatsch\" nichts zu tun. In dieser Hinsicht scheint es mir sehr wichtig, in der Naturheilkunde kritisches Denken zu födernd. Wenn Sie sich historisch fundiert mit der Signaturenlehre auseinandersetzen wollen, besuchen Sie mein Seminar \"Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit\" im \"Forum Naturheilkunde und Philosophie\".
Zur Passionsblume gäbe es aber natürlich noch viel zu sagen. Ihre wunderschönen Blüten sind schon nach 1-2 Tagen verwelkt und werden von neuen ersetzt. Passionsblumenkraut wirkt beruhigend und leicht angstlösend. Es wirk meistens in Form von Tinkturen oder Extrakten eingesetzt bei Unruhe, Nervosität oder Einschlafstörungen.
Heilpflanzen-Foto: Martin Koradi
Gewöhnliche Pestwurz, Die Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus) fällt durch ihre grossen Blätter sofort auf. Die Pflanze enthält lebertoxische Pyrrolizidinalkaloide und wird daher nur noch in Form von Extrakten verwendet, aus denen diese Stoffe entfernt wurden. Aus den Blättern gewinnt man Extrakte gegen Heuschnupfen.
Wurzelextrakte dagegen wirken vor allem krampflösend.
Die Gewöhnliche Pestwurz findet man vor allem an feuchten Stellen. Weil sie durch ihre grossen Blätter viel Wasser verdunstet, muss der Nachschub in dieser Hinsicht gesichert sein. Ideal als Standort sind daher Bachufer oder Bachtobel. Aber Achtung: Petasites hybridus wird oft mit Alpendost oder mit anderen Pestwurzarten verwechselt.
Heilpflanzen-Foto: Karin Witschi
Alpen-Pestwurz, Die Alpen-Pestwurz (Petasites paradoxus) unterscheidet sich von den anderen Pestwurzarten durch die schneeweisse Blattunterseite. Sie wächst vorwiegend auf Felsschutt und wird - im Gegensatz zur Gemeinen Pestwurz (Petasites hybridus) - in der Pflanzenheilkunde nicht verwendet.
Bild: Karin Witschi
Rote Pestwurz, Die Blüten der Roten Pestwurz (Petasites hybridus) zeigen sich kurz nach dem Ende des Winters. Zu diesem Zeitpunkt sind die Blätter noch nicht vorhanden. In der Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde haben die Blüten allerdings keine Verwendung.
Heilpflanzen-Foto: Pia Burkhard
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